Agriturismo Manciano, südliche Maremma Toskana
9 Juni, 2009 by Daniela Braun
Vor einigen Wochen besuchte ich einen Neukunden im Hinterland der südlichen Toskana, außerhalb des charakteristischen Hügelortes Manciano. Von der Superstrada Grosseto-Roma fuhr ich bei Alberese ab, allerdings nicht in Richtung Meer sondern in die entgegengesetzte Richtung, ins Hinterland, mit dem Ziel Manciano. Über eine meist kurvige Landstraße, vorbei an der typischen Maremma-Landschaft, sprich weit reichende Felder, teilweise mit einem einzigen Baum, die sich mit Olivenhainen oder mit bewaldeten oder mit Wein bewachsenen Hügeln abwechseln.

Blick auf Manciano Maremma Toskana
Hier und da ein Gutshaus und schließlich vor mir auf dem Hügel erreichte ich nach ca. 30 Minuten Manciano, ca. 60 km südlich der Provinzhauptstadt Grosseto. Hier fährt man auch durch, wenn man eine der schönsten Thermalanlagen der Toskana bei Saturnia gelegen besuchen möchte, die Tuffsteinorte Sorano, Sovana oder Pitigliano und natürlich die vielen etruskischen Ausgrabungen der Umgebung erreichen möchte.
Wie noch heute die historischen Gebäude bezeugen, war Manciano im Mittelalter eine wichtige Handelsstadt, die allerdings über die Jahrhunderte hinweg hart umkämpft war. Der Ort gehörte zuerst der wichtigen Adelsfamilie Aldobrandeschi und wurde schließlich im 14. Jahrhundert von Orvieto erobert. Danach ging die Herrschaft im 15. Jahrhundert für wenige Jahre an die Sienesen und schließlich die an die mächtige Familie Orsini aus Pitigliano und blieb in deren Hand bis zum 17. Jahrhundert, der Gründung des Großherzogtums Toskana ging.

Luftaufnahme vom Agriturismo La Rocca dei Briganti

Eines der Zuchttiere
Eine traumhaft ruhige Lage mit schönem Ausblick. Riccardo, der Sohn der Besitzer erwartete mich bereits, gemeinsam mit ihrem sympatischen Mischlingshund. Da das Wetter schön war, entschieden wir uns, zuerst mit dem Geländewagen über das Gutsland zu fahren, damit ich mir zum Einen ein persönliches Bild von Lage und Größe machen konnte und zum Anderen auch Fotos machen konnte. Es war das erste Mal für mich, mit einem Geländewagen ohne mehr oder weniger gut angelegte Feldwege durch Berg und Tal zu kurven, ein wahres Erlebnis und zum Glück ist es mir dabei nicht übel geworden. Danach fuhren wir zur Pferdezucht, wo ich Riccardos Frau, eigentlich Tierärztin bei der sanften Zähmung eines Pferdes beiwohnen konnte (sie wendet die Methoden von Monty Roberts an). Sehr interessant und klasse Pferde! Neben der typischen Maremma-Pferdezucht gibt es auch wunderschöne, aus dem Ausland importierte Araber.

Zuchtkuh und -bulle eines Maremma Rindes
Gäste können vor Ort an Reitstunden und Ausritten durch die Natur teilnehmen. Danach ging es wieder zurück zum Agriturismo, an den weidenden Maremma-Rindern vorbei, die wohl ein exzellentes Fleisch liefern, allerdings ein sehr spezieller Geschmack, der etwas in Richtung Wild geht. Danach, Besichtigung der Ferienwohnungen und des Weinkellers für Besucher, wo Riccardo hervorragende Weindegustationen der selbst hergestellte Weine anbietet. Die Weine tragen den Namen Montauto. Es werden der Rotwein Sovana Rosso DOC, der Weißwein Bianco di Pitigliano DOC sowie ENOS I aus Sauvignon-Trauben (IGT Maremma Toscana) sowie GESSAIA, ein weiterer, sehr interessanter Weißwein aus Sauvignon und Chardonnay-Trauben hergstellt. Riccardos ganzer Stolz ist der Supertuscan TIBURZIO, hergestellt aus Sangiovese und Alicante-Trauben, der mehrere Monate in franz. Barriquefässern lagert, bis er schließlich in Flaschen abgefüllt wird. Vom Spätsommer bis in den Spätherbst kann man von der Weinlese bis zur Olivenernte den Aktivitäten beiwohnen.
Danach ging es wieder zurück in Richtung Heimat… Ein super-interessanter Tag, mit sehr netten Menschen, die persönlich hinter ihrer Arbeit stehen.
Weblinks:






Ich bin eine pensionierte Sozialpädagogin und suche ein Weingut wo ich an Oliven- Weinernten teilnehmen kann und den Winter verbringen…!, gerne auch Mithilfe.
Eine Unterkunft von 350,00 im Monat ist möglich!
Evtl. plane ich auch ganz nach Italien zu ziehen!
Haben Sie Vorschläge?
Herzliche Grüße
G. Wienand
Sehr geehrte Frau Wienand,
man sollte einige Landgüter direkt anschreiben. Die Weinlese geht, je nach Wetterlage, bereits Ende August los. Während die Olivenernte ab Oktober bis in den November hinein geht, manchmal auch in den Dezember.
Ehrlich gesagt habe ich keine Erfahrungen damit. Die meisten, die ich kenne, bieten eine Art “Dabeisein” für ihre Gäste an. Eventuell sollten Sie sich eine Gegend aussuchen und danach die Wahl des Landgutes treffen. Ich empfehle Ihnen sich Informationen über nötige Papiere etc. bei der italienischen Botschaft oder dem nächsten Konsulat in Deutschland einzuholen: http://www.ambberlino.esteri.it/Ambasciata_Berlino oder aber bei der dt. Botschaft in Rom: http://www.rom.diplo.de/Vertretung/rom/de/Startseite.html
Zwar sind wir im vereinten Europa, aber funktioniert hier doch vieles anders als in Deutschland.
MfG
Daniela