In dieser Woche befindet sich wohl alles, was zum Thema Wein, Rang und Namen hat in der Toskana. Der Grund ist, dass sich die Vorstellungen der wichtigsten Etiketten der Toskana praktisch die Hand reichen. Den Anfang macht vom 16. bis 21. Februar Montepulciano mit der Vorstellung des Vino Nobile di Montepulciano (Jahrgang 2010) und des Vino Nobile di Montepulciano Riserva (Jahrgang 2009), des Rosso di Montepulciano 2011 sowie eine Prognose des Jahrganges 2012, dessen Nobile erst ab 1. Januar 2015 auf dem Markt sein wird. Dieses edle Tröpfchen wird auf den Hügeln um Montepulciano, zwischen 250 m und 600 m über dem Meeresspiegel angebaut. Die wichtigste Rebsorte (mind. 70%) ist auch hier, wie bei den meisten edlen toskanischen Weinen Sangiovese, hier als Prugnolo Gentile bezeichnet. Neben Sangiovese dürfen auch 30% andere rote, zugelassene Rebsorten verwandt werden. Die Weinherstellung sowie die Reifung müssen im Gebiet von Montepulciano stattfinden. Der jüngste der Weine, der Rosso di Montepulciano darf erst ab dem 1. März nach dem Erntejahr auf den Markt gebracht werden, während der Vino Nobile di Montepulciano D.O.C.G. mindestens 24 Monate reifen muss (24 Monate kompletter Holzausbau oder 18 Monate Holz und restlichen 6 Monate in anderen Fässern oder 12 Monate in Holz, 6 Monate in einer anderen Fassart sowie 6 Monate Flaschenreifung). Ein Vino Nobile di Montepulciano D.O.C.G., der einen Mindestalkoholgehalt von 12,5% hat und mindestens 3 Jahre  gereift ist (davon 6 Monate in der Flasche), darf auf der Etikette den Zusatz „Riserva“ tragen. Der Vino Nobile di Montepulciano erhielt im Jahre 1966 als erster Rotwein in Italien die Auszeichnung D.O.C. (Abkürzung Denominazione di Origina Controllata, dt. Wein kontrollierter Herkunft). Die Vorhersage der diesjährigen Vorstellung war sehr verheißungsvoll, denn obwohl der Frühling relativ regnerisch und kalt war, hat ein trocken-warmer Sommer die Trauben gut reifen lassen.

Degustation eines Vino Nobile di Montepulciano

Ich hatte eine Einladung für das vergangene Wochenende, an dem nur Fachmänner/-frauen aus dem Hotel- und Gaststättenbereich, Sommerliers, Journalisten zugelassen waren. Bei traumhaftem Wetter starteten wir am Morgen von der Küste, in das Hinterland der Maremma, mit Stop in Montalcino, um dann schließlich am Nachmittag, rechtzeitig zur Eröffnung Montepulciano zu erreichen. Von den Parkplätzen hatte die Stadt einen Shuttle-Service (it. Servizio Navetta) direkt zur Fortezza organisiert. Desweiteren gab es im Ort in den Lokalen spezielle Menüs in Begleitung des Nobile. Am Eingang erhielt man dann einen „Bollino“ – einen Aufkleber – der die einzelnen Besucher als Sommelier etc. klassifizierte sowie natürlich den Katalog mit allen, an diesem Event teilnehmenden Herstellern. Die Aufstellung war sehr gut organisiert und man konnte anhand der Katalogfolge sehr gut alle Anbauer finden. Die 36 Anbauer des Vino Nobile hatten neben den Hauptakteuren auch ihre besten Tröpfchen sowie natürlich den Vinsanto di Vino Nobile zu degustieren; dies ist eine ganze Menge, selbst wenn man den Wein n