Schnee lähmt Italien
3 Februar, 2012
Waren es vor einer Woche noch die LKW-Fahrer sowie der öffentliche Verkehr, die aufgrund ihres Streikes Italien lähmten, so sind es in diesen Tagen Schnee, Eis und die sibirische Kälte. Auch hier ist seit Montag die Quecksilbersäule stark nach unten gefallen. Es handelt sich wohl um die niedrigsten Temperaturen seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Ganz besonders hart hat es die Höhenlagen der Toskana getroffen. Meterhoher Schnee blockiert jegliches Fortkommen. In Nordeuropa, wo Winterreifenpflicht herrscht, man einfach anders für die Kälte eingerichtet ist, wäre die momentane Situation kein so grosses Problem. [Weiter Lesen]
Tragisches Schiffsunglück vor der Küste
16 Januar, 2012
Am Samstag, 14. Januar 2012, ging ich bei herrlichstem Sonnenschein, traumhaften winterlichen Temperaturen (ca. 15° C) mit meinen Hunden zu Fuss in die Stadt, um Brot zu holen und eventuell noch ein Schnäppchen bei den Saldi Invernali, dem Winterschlussverkauf zu machen. Das Meer schien ein herrlich blauer, sanfter Teppich, eingerahmt von einem fast wolkenlosen Himmel. Ich hatte an diesem Morgen noch keine Nachrichten gesehen oder gehört, sodass ich keinerlei Ahnung hatte, was sich etwas weiter südlich von uns, vor Giglio zugetragen hatte. Gerade als ich die Bäckerei verlies, rief mich mein Mann an, um mir mitzuteilen, dass irgendwie ein Schiff vor Giglio Probleme hatte und mich gleich ein Offizier anrufen würde, um per Telefon zu dolmetschen. Nicht allzu sehr erschrocken, denn es kommen doch immer mal kleinere Unfälle vor, wobei man sich dann bei Kleinigkeiten nicht verständigen kann, wartete ich auf den Anruf, der auch nur wenige Sekunden später eintraf. Hier bemerkte ich, an der Stimme sowie den Hintergrundgeräuschen und natürlich auch bei dem, was ich übersetzte, dass etwas schlimmeres passiert sein musste.
Ich konnte mir zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht vorstellen, dass bei traumhaftem Wetter (was auch bereits am Vortage herrschte) ein so großes Kreuzfahrtschiff vor der kleinen Insel Giglio in den vergangenen 24 Stunden Probleme gehabt haben könnte. Bereits am Nachmittag wurden Stimmen laut, die sagten, dass der Schiffskaptän sich der Insel näherten, um sie wie üblich (es fährt jeden Freitag an der Küste entlang) “zu grüßen”. Diesmal kam wohl noch hinzu, dass er dem von der Insel stammenden Oberkellner, dem Gefallen erweisen wollte, der bereits in der Vorwoche das Schiff verlassen sollte und sich somit wahrscheinlich noch weiter als üblich näherte und hierbei das Unglück geschah. Man kann nicht verstehen, wie so etwas trotz modernster Navigationstechniken passieren konnte. Hinzu kommt, dass es einfach bekannt ist, dass zahlreiche Felsen um Giglio, den so gennanten Formiche, aus dem Wasser ragen. Auch kann man nicht verstehen, was die Küstenwacht tat, die doch dank ihrer Satellitensysteme sehen mussten, dass das Schiff viel zu nahe an der Insel und somit den gefährlichen Felsen war.
Zwar scheint der Kapitän noch versucht zu haben, das Schiff nach dem Unfall näher zur Insel zu bringen, um somit die Passagiere in Sicherheit zu bringen. Dem Kapitän wird vorgeworfen, viel zu spät Alarm gegeben zu haben. Der Vorfall passierte gegen 21.30 und erst gegen 22.45 Uhr ging die Alarmmeldung ein. Bereits ab 21.40 Uhr gingen unter der Notrufnummer bei den Carabinieri zahlreiche Anrufe von besorgten Passagieren ein. Nach einer versuchten Kontaktaufnahme mit der Concordia erhielt man die Antwort, dass man mit einem elektrischen Blackout zu kämpfen habe, welches man dabei sei, unter Kontrolle zu bringen. Viel zu spät, bereits als das Schiff komplett geneigt war, begann man damit die Notboote nach unten zu lassen, wobei somit jene, auf der Seite der Neigung, nicht mehr ins Wasser gelassen werden konnten. Zeugen sagten aus, dass sehr viele Passagiere zurück in ihre Kabinen seien, um die Rettungswesten zu holen, da natürlich auf den Decks eine nicht ausreichende Anzahl an Rettungswesten vorhanden war und einige danach nicht mehr zurück kehrten. Viele Passagiere werfen desweiteren der Crew vor, dass sie nicht in der Lage war, mit der Situation umzugehen.
Was genau passiert ist, das wird sich in den nächsten 1-2 Tagen nach genauer Auswertung der Blackbox herausstellen. 6 Tote bisher, weitere 29 Personen werden noch vermisst. Man hofft, eventuell noch weitere Überlebende, eventuell in einer Luftblase, in den Kabinen zu finden, auch wenn langsam die Hoffnung schwindet. Auf traurige Weise ist die kleine Insel Giglio, deren offizielle Einwohnerzahl etwa ein Drittel der Schiffspassagiere ausmacht, zu weltweitem Ruhm gelangt. Giglio, bestehend aus drei Ortschaften – Giglio Porto, Giglio Castello und Campese – ist ein kleines Juwel, beliebtes Ziel für Tagesausflügler zum Baden im herrlichen Meer, das die Insel umgibt. Man erreicht die Insel mit einer kleinen Fähre von Porto Santo Stefano, welche bei der Ankunft den kleinen Hafen komplett auszufüllen scheint. Es gibt nur sehr wenige Hotels, die auch nur während der Sommermonate geöffnet sind. Mit dem Ende der Sommersaison leert sich die Insel; Restaurants geschlossen, nur das wichtigste wie Bäckerei, Bar und Lebensmittelgeschäft geöffnet. Es ist schwer vorstellbar, wie es in der Nacht auf Giglio zugegangen sein musste und wie lange es dauerte, über 4000 gerettete Menschen ans Festland zu bringen. Die Bevölkerung der Insel Giglio hat wohl in der Nacht getan, was sie konnte, indem sie die Schiffsbrüchigen mit warmen Getränken, Essen, Decken, Jacken, gar Schuhen versorgten. Auch die Einwohner des kleinen Porto Santo Stefano taten, was sie konnten, so beispielsweise ein Tauchlehrer, der beim Abendessen, als er davon hörte, sich gleich mit seinem kleinen Boot nach Giglio aufmachte. Italienische und europäische Passagiere konnten bereits am Samstag die Heimreise antreten, während Passagiere aus Nicht-EG-Staaten in dafür eröffneten Unterkünften untergebracht wurden, so lange, bis Ersatzausweispapiere für eine mögliche Weiterreise ausgestellt worden sind.
Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass das Wetter in den nächsten Tagen standhält, diese menschliche Tragödie sich nicht noch in eine Umweltkatastrophe wandelt. Es ist kalt geworden und am Morgen nieselte es leicht, aber solange das Wasser ruhig ist, dürfte die Costa Concordia von den Felsen gehalten werden, auf denen sie gestrandet ist, sodass die Rettungsarbeiten sowie das Absaugen des Kerosins, was für die nächsten Tage angesagt ist, hoffentlich reibungslos ablaufen können.
8. Dezember italienischer Feiertag Immacolata
7 Dezember, 2011
Morgen ist es wieder soweit, die Italiener feiern am 8. Dezember den katholischen Feiertag Festa dell’Immacolata Concezione (das Fest der unbefleckten Emfängnis). Die ist der große Countdown, um Weihnachtsgeschenke zu kaufen, da an diesem Tage in den Städten alle Geschäfte ganztäglich geöffnet sind. Die Mailänder konnten bereits heute an ihrem Feiertag des heiligen Ambrogio schnuppern, wie das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr sein wird. Der 8. Dezember ist auch der Tag, an dem viele Italiender ihren Weihnachtsbaum schmücken sowie die Wohnung weihnachtlich gestalten. Bis heute ist tatsächlich nur die Innenstadt sowie die Geschäfte weihnachtlich geschmückt. Ansonsten ist es hier, in der Toskana eher von den Temperaturen noch “unweihnachtlich”. Es hat erst mit dem Nikolaustag etwas abgekühlt, aber trotzdem liegen die Tageshöchsttemperaturen bei starkem Wind noch bei etwa 16 C. Es fehlen darüber hinaus noch die Lichter und das Blinken hinter Fenstern oder an Balkongeländern. Ich bin aber überzeugt, dass sich dies ab morgen ändern wird. Möchten Sie mehr zum Thema 8. Dezember wissen, so lesen Sie dazu auch meinen Artikel sowie meine Erlebnisse vom vergangenen Jahr.
Interessante Weblinks:
- Feiertage in Italien
- Weihnachtsmärkte und Immacolata
- Festa dell’Immacolata
- interessante Angebote Ponte dell’Immacolata
- Reiseangebote Weihnachten in der Toskana
Leben in einem italienischen Urlaubsort
19 August, 2011
Wie lebt es sich in einem italienischen Urlaubsort am Meer, oder besser gesagt an der südtoskanischen Küste? Von September bis Juni eigentlich sehr gut würde meine Antwort lauten. Zwar hat man das Meer direkt vor der Tür, allerdings ist es insbesondere während der Sommermonate nicht immer sehr angenehm. Mit Beginn der italienischen Schulferien Anfang Juni beginnt von Woche zu Woche eine langsame, aber stetige Zuwanderung von vielen Familien, die ihre Zweitwohnung im Ort haben. Oma und Opa, die nicht-arbeitende Mutter inklusive Kinder ziehen dann von [Weiter Lesen]
Ab Samstag Tutti al Mare
1 Juli, 2011
Morgen, am Samstag den 2. Juli wird in Italien die große Sommerreisewelle in Richtung Süden und Meer beginnen. Laut Presse seien während dieses Esodo Estivo über 5 Millionen Autos auf Italiens Straßen unterwegs. Zwar versucht man während dieser Zeit die Autobahnbaustellen möglichst zu schließen, allerdings konnte man davon an den vergangenen Wochenenden noch nichts merken. Einige der Baustellen arbeiteteten nachts, sodass diese Autobahnen von 22 bis 6 Uhr geschlossen waren. Komplett zu waren insbesondere an den Samstagen die A12 an der Ausfahrt Rosignano und gleich danach auf der Schnellstraße Richtung Süden. Ebenfalls Staus auf der Autobahn A1 von Bologna nach Florenz, meist bis Firenze Certosa sowie die A11 Firenze Mare in Richtung Meer. [Weiter Lesen]
Familienurlaub Toskana mit Abstecher nach Rom
17 Juni, 2011
Also ran an die Detailplanung. Wo und wie lange werden wir in der Toskana bleiben? Wie beziehen wir den Osterverkehr mit ein? Schlechte Erfahrungen mit Alpenüberquerungen in den Ferienwochenenden hatten wir bereits gesammelt. Die Anreise sollte auf keinen Fall an einem Freitag oder Samstag stattfinden. Wir wählten deshalb als Anreisetag Sonntag, den 17. April und für die Abreise Mittwoch, den 27. April 2011. [Weiter Lesen]
Florenz: Die Stadt des Dolce Vita, ein ideales Ziel für eine Sprachreise nach Italien
7 März, 2011
Will man sein Italienisch verbessern und die hinzugewonnenen Sprachkenntnisse gleich an Ort und Stelle erproben? Dann ist Florenz, die Perle der Toskana, ein ideales Reiseziel. Nirgendwo sonst in Italien wird die Landessprache so pur gesprochen wie hier – Sprachreise nach Florenz – eine geniale Idee also. Auch in punkto Satzbau und Grammatik gelten die Florentiner als wahre Perfektionisten. Doch nicht nur dieser optimalen Sprachbedingungen wegen zieht Florenz Touristen geradezu magisch an. [Weiter Lesen]
Ruby Gate und Sanremo
16 Februar, 2011
Gestern Abend ab 21 Uhr war im ersten Programm (Rai1) der erste Abend des vom 15. bis 19. Februar in Sanremo stattfindenden Gesangsfestivals zu sehen. Durch das Programm führten der niemals älter werden wollende italienische Sänger Gianni Morandi (man kann sagen eine Art italienischer Udo Jürgens) gemeinsam mit seinem Team, bestehend aus zwei weiblichen Schönheiten, dem argentinischen Showgirl Belen Rodriguez (Freundin des in den Berlusconi-Skandals verwickelten Fotografen Fabrizio Corona) und Elisabetta Canalis (Freundin von George Clooney) [Weiter Lesen]
Weihnachten in der Toskana
4 Januar, 2011
Ähnlich wie in Deutschland ist auch in Italien das Fest der Liebe und der Familie. Dies macht auch das Sprichwort “Natale con i tuoi, Pasqua con chi vuoi” deutlich, was soviel heißt wie Weihnachten mit der Familie und Ostern mit wem man möchte.
Wie bereits in meinem vorigen Artikel berichtet, wollten wir in diesem Jahre Weihnachten und Silvester in Italien, im Kreise der italienischen Verwandten und Freunde verbringen. Daher hatte mein Mann einen riesigen Weihnachtsbaum gekauft, der ca. 3 m hoch war und gerademal eben in das Wohnzimmer passte (auch dank Möbelumstellungen), er aber glücklich wie ein kleines Kind war (bzw. während meines Artikelverfassens noch ist). [Weiter Lesen]
Am 8. Dezember ist Immacolata in Italien
7 Dezember, 2010
Der Italiener hat keinen Nikolaustag, aber dafür ist am 8. Dezember in Italien Feiertag La Festa dell’Immacolata Concezione, ein katholischer Feiertag, auf Deutsch “das Fest der unbefleckten Empfängnis“. Es wird gefeiert, dass die Gottesmutter Maria vor dem Makel der Erbsünde bewahrt wird. An diesem Tage sind die Geschäfte geöffnet, sodass sehr viele diesen nutzen, um Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Andere nutzen diesen Tag zum Schmücken des Weihnachtsbaumes. Da in Mailand am 7. Dezember dem Schutzheiligen Sant’Ambrogio gedacht wird, dh. dort ein Feiertag ist, nutzen viele Mailänder diese beiden Feiertage, um einen Kurzurlaub in den Kunst- und Kulturstädten einzulegen oder aber, wenn es das Wetter zulässt – so wie in diesem Jahr – zum Skifahren. [Weiter Lesen]








