Als vor eineinhalb Jahren die Costa Concordia vor der kleinen Insel Giglio in der südlichen Toskana auf den Felsen lief, waren sie und ihr Kapitän Schettino in einer gewissen Weise das Synonym für den Zustand Italiens. Lange hat es gedauert die Bergung zu planen; fast schien es, als würde sich überhaupt nichts tun, so in etwa wie die Italiener ihre Politiker sehen. Riformen sollen gemacht werden, aber bei den Planungen bleibt es, nichts konkretes passiert. Im Gegenteil, der „kleine Mann“ wird noch weiter taxiert, während die werten Herren nicht dazu bereit sind auf ihre enorm hohen Diäten zu verzichten. Es ist offensichtlich, dass es den Italienern finanziell sehr schlecht geht! Tagtäglich schliessen alteingessesene Geschäfte und Firmen. Der kleine Unternehmer schafft es nicht den steuerlichen Verpflichtungen nachzukommen, die der Staat auferlegt hat. Viele Firmen klagen, dass eigentlich die Geschäfte laufen, man bereit ist weiterzuarbeiten, was aber manchmal nicht möglich ist, da die Banken keinerlei Kredite vergeben, um aus einem kurzen Engpass herauszuhelfen. Enorm hoch ist die Arbeitslosenrate und sie steigt von Tag zu Tag, ohne Sicht auf Besserung. Bereits seit einiger Zeit ist ein interessantes Phänomen zu beobachten, welches an die 60er Jahre erinnert. Die Italiener und insbesondere die Süditaliener wandern wieder aus, um Arbeit zu suchen und ihre Familien zu ernähren. Ziel ist meist Nordeuropa, mit Belgien an der Spitze, gefolgt von Deutschland. Von Sizilien werden Busse organisiert, welche die Arbeiter nach Deutschland und Belgien bringen, denn diese kosten weniger als ein Flug, selbst wenn es ein Low-Cost Flug ist. Ja, auch die Busunternehmen versuchen zu arbeiten, auf ihre Art und Weise in Zeiten der Krise, bringen sie zu Dumpingpreisen die Arbeiter aus Süditalien in den „reichen“ Norden. Wie soll es mit Italien weiter gehen? Es ist ja doch offensichtlich, dass Italien eigentlich nicht den finanziellen Verpflichtungen nachkommen kann und dass die aktuelle Situation eine Art Déjà vu ist. Anstatt daraus zu lernen und konkret