Familienurlaub Toskana mit Abstecher nach Rom

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  • Linus und Lukas vor dem Kolloseum in Rom

Familienurlaub Toskana mit Abstecher nach Rom

Bei unseren ersten Planungen für unseren Toskanaurlaub über Ostern 2011, dachten wir, dass unsere beiden Jungs, Linus und Lukas (11 und 8 Jahre), jetzt alt genug sind, um von dort aus einen Abstecher nach Rom zu machen. Durch ihre Was-ist-Was Bücher über das antike Rom, war es schon seit geraumer Zeit der Kinder Innigster Wunsch, Rom zu besuchen und sie waren somit auch im Besitz des Rom-Kinderreiseführers  Pollino und Pollina entdecken die Welt.

Der Schiefe Turm von Pisa

Der Schiefe Turm von Pisa

Also ran an die Detailplanung. Wo und wie lange werden wir in der Toskana bleiben? Wie beziehen wir den Osterverkehr mit ein? Schlechte Erfahrungen mit Alpenüberquerungen in den Ferienwochenenden hatten wir bereits gesammelt. Die Anreise sollte auf keinen Fall an einem Freitag oder Samstag stattfinden. Wir wählten deshalb als Anreisetag Sonntag, den 17. April und für die Abreise Mittwoch, den 27. April 2011. 
Was möchten wir sehen? Machen wir eine Zwischenübernachtung in Rom? Bei unserem Sohn Lukas stand natürlich das Kolloseum ganz oben auf der Wunschliste. Dann kam mir die Idee, dass wenn man schon einmal in Rom ist, man auch an einer Papstaudienz teilnehmen könnte. Suchmaschine sei dank landete ich mit der Stichwortsuche „Papstaudienz“ auf der Seite www.pilgerzentrum.de , auf der man alle nötigen Informationen findet, inklusive Online-Anmeldung zur Papstaudienz. Durch diese fand ich auch heraus, dass der Papst jeden Mittwoch um 10.30 Uhr eine Generalaudienz abhält.
Wir wählten als Termin Mittwoch, den 20. April 2011, der letzten Audienz vor dem christlichen Osterfest in Rom, an dem Menschen aus aller Welt in den Vatikan strömen. Einen Tag nach der Anmeldung bekamen wir bereits die Bestätigung des Pilgerzentrums, dass alles in Ordnung ginge. Man sollte sich nur kurz vorher im Internet erkundigen, ob die Audienz auch wirklich stattfindet. Die Anmeldebestätigung sollte man auch mit nach Rom bringen, um die kostenlosen Tickets vor der Audienz abzuholen. Soweit zur Vorbereitung.

Podere La Collacchia - traumhafte Ferienwohnungen

Endlich war der Abreisetag gekommen; wir starteten Sonntagmorgen gegen 2 Uhr und waren bereits vor 8 Uhr am Gotthard, ohne ein Auto vor uns zu haben. Kurz nach Mittag befanden wir uns bereits nahe Pisa, sodass wir uns zu einem  Zwischenstopp an der Piazza Dei Miracoli, dem Platz des Schiefen Turmes entschieden. Das Navigationsgerät leitete uns praktischerweise zum nächstgelegenen Parkplatz, ganz in der Nähe des schiefen Turmes. Bei herrlichstem Sonnenwetter, traumhaft blauem Himmel und einer Temperatur von etwa 22° C machten wir uns freudig auf den Weg zum Turm.

Der Panoramapool mit Meerblick

Der Panoramapool mit Meerblick

Selbst nach mehreren Pisa-Besuchen ist diese Piazza immer wieder sehenswert. Wer kleinere Kinder hat, der sollte wissen, dass Kinder wegen des Abstandes der Gitterstäbe mind. 8 Jahre alt sein sollten. Am Ticketschalter angelangt, bekamen wir die Auskunft, dass der nächste Slot erst gegen 16.20 sein würde. Man hätte die Besteigung aber  auch vorab übers Internet buchen können, was bei den täglichen Besuchermengen tatsächlich lohnenswert ist. Da wir nach der langen Fahrt keine Lust mehr auf langes Warten hatten, entschieden wir uns, weiter, zu unserem Zielort zu fahren und somit für eine verdiente Abkühlung im Pool! Bereits Wochen vorher hatten wir eine herrliche Ferienwohung mit riesigem Meerblickpool  in Puntone Di Scarlino (Provinz Grosseto) gebucht, die von Pisa nur noch etwas über eine Stunde entfernt war…

Populonia - Blick auf den Golf von Baratti

Populonia – Blick auf den Golf von Baratti

Um für unseren Rombesuch fit zu sein, verbrachten wir die nächsten Tage überwiegend am Pool, mit einigen Spaziergängen im nahe gelegenen Follonica sowie einen Abstecher in die ehemalige etruskische Stadt Populonia, oberhalb des Golfes von Baratti. Vom nächst größeren Ort Follonica gibt es sehr gute Zugverbindungen nach Rom, sodass wir Dank Internet die beste Zugverbindung  aussuchen konnten. Der erstmögliche Zug am Morgen fährt täglich um 7.04 Uhr ab. Ankunft in San Pietro, 2 Stationen vor Roma Termini, 9.23 Uhr, sodass genügend Zeit sein sollte, pünktlich bei der Papstaudienz um 10.30 Uhr einzutreffen. Allerdings war die Adresse des Pilgerzentrums zur Kartenabholung nicht direkt am Vatikan sondern noch einige Straßen entfernt, sodass die Zeit doch relativ knapp schien. Daher rief ich noch einmal im Pilgerzentrum an, und eine sehr nette Mitarbeiterin des Pilgerzentrums bot uns an, die Tickets gemeinsam mit den Tickets der Hotelgäste im Hotel Palazzo Cardinale Cesi ganz in der Nähe des Petersdomes zu hinterlegen, was wir auch dankbar annahmen.

Audienz beim Papst Rom

Bereits am Vortag bemühten wir uns um die Bahntickets, um langes Schlange stehen am Morgen der Abreise nach Rom zu vermeiden. Dank der Dame am Schalter stellte sich heraus, dass es sich lohnte die Fahrkarte noch 2 Stationen weiter, dh. bis Roma Termini zu kaufen, da dies günstiger war als bis Roma San Pietro.  Mit etwas Verspätung kam der Zug schließlich in Roma San Pietro an, sodass wir uns beeilten, möglichst den Linienbus Nr. 64 zum Petersdom zu bekommen; wir hatten Glück und stiegen direkt ein. Fahrkartenpreis 1 Euro pro Person und nur wenige Minuten später befanden wir uns schon an der Haltestelle vor dem Petersdom. Jetzt hieß es nur noch das Hotel finden, um dort die hinterlegten Tickets abzuholen.

Petersplatz Rom Papstaudienz

Petersplatz Rom Papstaudienz

Nach wenigen Schritten befanden wir uns vor dem Hotel, in sehr zentraler Lage, praktisch vor dem Petersplatz, mit einem herrlichen Innenhof. Freundlich wurden wir an der Rezeption auf Deutsch begrüßt, auch wenn ich es bevorzugt hätte mein Italienisch aufzubessern. Auf den ersten Blick ein wunderschönes, sehr gepflegtes Hotel, für den nächsten Rombesuch sicherlich in Betracht zu ziehen. Nachdem wir die Tickets hatten, hieß es Kinder an die Hand und zurück zum Petersdom. Bereits von weitem konnte man die enormen Menschenmengen erkennen, die zur riesigen Piazza strömten. Tatsächlich gab es vor dem Eintritt fast genauso strenge Sicherheitskontrollen wie am Flughafen. Als wir die Piazza betraten, waren die besten Plätze ganz vorne schon besetzt, sodass wir einen Platz direkt an einem der Gänge wählten, die vom Papst vor der Audienz mit seinem Papamobile durchfahren werden.

Der Papst in seinem Papamobile

Der Papst in seinem Papamobile

Endlich war es 10.30 Uhr,  um 10.35 und Uhr machte sich eine steigernde Unruhe zwischen den Besuchern bemerkbar und siehe da, auf einem der riesigen Bildschirme erschien der Papst in seinem durch die Menge fahrenden Papamobile. Aber wo war er nur? Schließlich fuhr er auch an uns vorbei und wir begrüßten ihn freudig. Direkt vor dem Eingang des Petersdoms wartete eine Art Freiluftaltar auf ihn, von dem aus er, gemeinsam mit anderen Kardinälen, die Messe in mehreren Sprachen abhielt. Begonnen wurde auf Englisch, danach Französisch, Deutsch, Portugiesisch, Spanisch und schliesslich Italiensch. Als der Papst in der jeweiligen Sprache den Sprecher kommentierte, spendeten ihm die Zuschauer dieser Länder bzw. Delegationen heftigen Jubel und Applaus. Nach der Osterbotschaft wurde das Vaterunser auf Latein gesungen (Text auf der Rückseite der Eintrittskarte). Nach 2 Stunden unter der bereits sehr heißen Frühlingssonne in Rom,  mochten wir als nächstes nur noch ein kühles Getränk und Schatten aufsuchen und wir fragten uns, wie heiß es hier nur im Sommer sein würde?

Linus und Lukas vor dem Kolloseum in Rom

Linus und Lukas vor dem Kolloseum in Rom

Gerne hätten wir den Petersdom direkt im Anschluss an die Messe besucht, aber leider war dieser noch ca. 1 Stunde nach der Messe geschlossen, so lange, bis der Platz komplett geräumt war. Somit machten wir einen kurzen Rundgang im Vatikan und entschieden uns dann aufgrund der verbleibenden Zeit für eine Stadtrundfahrt in einem der offenen Touristenbusse. Direkt am Petersplatz, der Piazza San Pietro, befinden sich Haltestellen der einzelnen Busunternehmen. Hier lohnte der Preisvergleich, denn beim ersten Anbieter wurden 50 Euro pro Person (zwar für 2 Tage) verlangt, während der zweite nur noch 13 Euro pro Person und Kinder gratis verlangte. Der Haken dabei war allerdings, dass es sich „nur“ um eine Runde handelte, mit der Möglichkeit bei den verschiedenen Sehenswürdigkeiten aus- und wieder einzusteigen, bis man wieder am Einstiegspunkt angelangt war. Leider schafften wir es aufgrund der vielen Menschen nicht in den ersten Bus, aber bereits nach wenigen Minuten kam der nächste. Über die Engelsburg und an weiteren Highlights vorbei, tat sich schließlich vor unseren Augen ein grandioser Anblick auf das Kolloseum auf. Aber leider gab es auch hier wieder eine riesige Warteschlange… Nach dem Besuch im Kollosseum, es war mittlerweile 15 Uhr, machte sich auch unser Magen immer stärker bemerkbar. Direkt am Eingang der Metro fanden wir eine kleine Trattoria mit herrlichem Ausblick auf das Colloseo. Obwohl es schon Nachmittag war, war die Trattoria noch voll besetzt, da er Italiener normalerweise erst nach 13.00 Uhr zum Mittagessen geht. Entsprechend der phantastischen Lage, waren auch die Preise dementsprechend phantastisch: eine Portion Pommes kosteten 5 Euro!

Das Naturreservat Diaccia Botrona

Das Naturreservat Diaccia Botrona

Da sich die Müdigkeit nach dem langen Tag doch langsam bemerkbar machte, entschieden wir nach dem Essen, die nächste Metro zum Hauptbahnhof Termini und von dort aus, den nächst möglichen Zug nach Follonica zu nehmen. In weniger als 10 Minuten hatten wir bereits die Stazione Termini erreicht, die auf den ersten Blick doch eher einem Flughafen glich. Wir wussten bereits, dass an den Fahrkartenschaltern meist lange Schlangen gibt und dass es sich daher lohnen würde, die Fahrkarten an den Automaten zu kaufen. In der Menüführung des Automaten bekamen wir mehrere Optionen für Follonica angezeigt, sodass wir und für die schnellste Verbindung mit dem IC entschieden, die zwar um 25 Euro teurer war als die Regionalverbindung, es sich aber für uns in diesem Augenblick lohnte 6,25 EUR/p.P. mehr zu zahlen. Am Bahnhof Grosseto, kurz vor Follonica wurden wir dann noch Zeugen eines aufregenden Polizei-Einsatzes, der zu zahlreichen Festnahmen führte. Etwas verspätet trafen wir gegen 18.30 in Follonica ein, ermüdet und hungrig. Da die Restaurants in Italien meist erst ab 19.30/20.00 öffnen, entschieden wir uns für eine Pizzeria mit dem recht einfallslosen Namen Pizza Taxi (hinter der Chiesa di San Leopoldo), eher eine Mitnahmepizza, aber mit einigen Tischen und köstlicher, neapolitanischer Pizza mit echtem Mozzarellakäse aus dem Steinofen. Die nächsten Tage verbrachten wir überwiegend am Strand und Swimmingpool. Allerdings sollte noch ein Highlight nicht unerwähnt bleiben: unser Birdwatching zu Fuss im Naturpark außerhalb von Castiglione della Pescaia, Diaccia Botrona, mit anschließender, offener Bootstour durch das Naturschutzgebiet, während der wir leider von Regen überrascht wurden.

Nach bereits 2 Monaten unser Fazit zur Tagestour nach Rom: diese Stadt an einem Tage zu erkunden ist unmöglich. Für uns war es ein tolles Erlebnis, inklusive der Papstaudienz und wir freuen uns schon jetzt auf den nächsten Besuch.

Oliver Braun, Juni 2011

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2015-10-22T12:25:07+00:00 17 Juni 2011|Categories: Aus Italien, Urlaub|Tags: , , , , , |5 Comments

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5 Kommentare

  1. Stephanie Barth 5. Juni 2012 um 08:39 Uhr

    Hi,
    toller Beitrag!!! Gibt es etwas schöneres als seine Ferien in Italien zu verbringen? Speziell die Toskana ist einen Urlaub wert. Aber auch Rom ist traumhaft schön. Warum also nicht eine von so vielen traumhaftschönen Ferienwohnungen buchen und den Urlaub genießen.

  2. Angelina 25. November 2012 um 19:42 Uhr

    Wir haben es genau umgekehrt gemacht und haben von Rom aus einen Abstecher in die Toskana unternommen – wir waren begeistert! Falls ihr wieder einmal in Rom seid, ist das Explora Kindermuseum ein echtes Highlight für die Kids.

  3. Stefan 27. März 2013 um 11:42 Uhr

    Hallo,
    schöner Reisebericht. Habe beruflich viel in der Toskana zu tun. Wobei unser Augenmerk mehr auf der nördlichen Toskana liegt. Hier sind die Ausflugsziele Lucca, Pisa Florenz, Carrara und die Cinque Terre. Die Schiffahrt zu den Cinque Terre ab La Spezia kann ich jedem empfehlen.

  4. Patrizia 15. Mai 2013 um 10:14 Uhr

    Ein toller Reisebericht. Wir werden Rom auf jeden Fal auch besuchen, wenn wir im September Urlaub in der Toskana machen. Das gehört einfach dazu.

  5. Alex 13. November 2014 um 15:46 Uhr

    Diese Region ist eine wunderbare Wahl für einen Familienurlaub. Die Architektur ist erstaunlich, und die Atmosphäre einzigartig!

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