FOTOS SENESE UND 1000 MIGLIA 2009

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FOTOS SENESE UND 1000 MIGLIA 2009

Samstag, 3.45 in der Früh klingelte der Wecker. Hätte am Liebsten die Bettdecke wieder über den Kopf gezogen, aber versprochen ist versprochen. Wettervorhersage für Samstag war gut, also hatte ich zugesagt mit Fotoclub zuerst ins Senese zu fahren, um dort in aller Früh die Nebelschwaden über der herrlichen Hügellandschaft zu fotografieren, um dann anschließend nach Pienza zur Etappe der Mille Miglia zu gelangen.

Colazione al Bar: Cappuccino e Cornetto

Colazione al Bar: Cappuccino e Cornetto

Selbst wenn es etwas über 100 km sind, so benötigt man über diese Endlos-Hügelstrecke etwa 1, 5 Stunden. Am Amiata vorbei, über Montalcino, eröffnete sich schließlich vor unseren Augen so langsam der Tagesanfang. Nach ein paar Foto-Stopps entlang der Straße, machten wir gegen 6,30 Frühstückspause all´Italiana, dh. Cappuccino mit Croissant oder sonstigem Gebäck in einer sehr urigen Bar in Torreneri.
Dann ging es weiter über enge Landstraßen und Feldwege durch das gesamte Orciatal, bis wir uns schließlich langsam Pienza näherten.

Warten in der Piazza Pio II, vor dem Dom Pienza

Warten in der Piazza Pio II, vor dem Dom Pienza

Nach einigen Shots unterhalb von Pienza fuhren wir über einen Feldweg direkt bis zur Pieve di Corsignano, an der wir auch parkten, um von dort aus zu Fuss in die Altstadt von Pienza zu gelangen. Pienza sollte eine der Etappen des historischen Mille Miglia Autorennens sein, das von Brescia aus nach Rom und wieder zurück geht und jährlich auf seinem Rückweg über Radicofani, Pienza, San Quirico D’Orcia, Buonconvento, Siena, Monteriggioni und Florenz durch die Toskana geht.
In der Zwischenzeit, (kurz nach 9 Uhr) zeigte sich die Sonne von ihrer herrlichsten Seite. In der Altstadt warteteten bereits zahlreiche Zuschauer auf die ersten Oldtimer.
In der kleinen Piazza Pio II, direkt vor dem Dom (Cattedrale dell’Assunta) spielte ein Jugendorchester und es wurde die Mille-Miglia-Zeitung kostenlos ausgeteilt, in der man neben der Geschichte des Oldtimerrennens auch die komplette Teilnehmerliste finden konnte.

Traumhafte Route der Mille Miglia 2009

Traumhafte Route der Mille Miglia 2009

Als VIPs waren in diesem Jahr u.a. Yuriy Luyhkov (Bürgermeister von Moskau) mit der Startnummer 49 in einem Talbott aus dem Jahre 1934, Walter und Giovanni Burani (des gleichnamigen Modelabels) in einem Ferrari Jahrgang 1954 mit der Nr. 290, Geronimo La Russa (Sohn des it. Politikers Ignazio La Russa, Triumph, 1955, Nr. 216), der 2. Sohn der holländischen Königen Beatrix Prinz Bernhard van Oranje-Nassau in Begleitung seiner Frau Prinzessin Annette einem weißen Porsche in aus dem Jahre 1955 (Nr. 270), der holländische Ministerpräsident Jan Peter Balkenende ebenfalls mit einem Porsche aus dem Jahre 1955 (269), der ehemalige belgische Ministerpräsident Guz Verhofstadt (Fiat 1100 TV, Nr. 172) sowie unter der Startnummer 289 David Coulthard mit dem historischen Mercedes-Benz 300 SLR, begleitet von einem Prototyp Mercedes Stirling-Moss, der von Mika Hakkinen gefahren wurde. Mit Coulthards Wagen gewann im Jahre 1955 der Engländer Stirling Moss in einer Rekordzeit von etwas über 10 Stunden und einer Durchschnittsfahrzeit von 156 km/h die 1600 km lange Rennstrecke der Mille Miglia. Coulthard, für den es das erste Mille-Miglia Rennen war, meinte gegenüber von Journalisten, dass er stolz ist, am Rennen teilnehmen zu dürfen, ein ganz besonderes, wenn auch hartes und anstrengendes Event und dass es eine große Ehre für ihn sei, den Siegerwagen von Stirling Moss fahren zu dürfen, von dem er ein großer Fan sei.

Obligatorisches Halten an der Stadtmauer Pienza

Gegen 10 Uhr erreichten die ersten Wagen Pienza, zuerst wohl eine Reihe der ältesten offenen Wagen, begonnen mit einem OM 665 Superba aus dem Jahre 1925. Es war wirklich ein Traum, all diese herrlichen Autos, einem nach dem anderen durch das Zentrum von Pienza bzw. über die Landstraßen fahren zu sehen. Das Wetter spielte mit, es war traumhaft, fast zu warm für diese Jahreszeit, gegen Mittag an die 30° C. Die Teilnehmer schienen trotz roter Köpfe (man stelle sich vor, in solch kleinen Autos eingepfercht ohne Klimaanlage) voller Enthusiasmus zu sein, selbst im Wagen, der Fotoapparat gezückt, um die Momente der Einfahrt in die historischen Zentren oder die Traumhaften Ausblicke, wie z.B. nach Pienza festzuhalten.

Gewinner der Mille Miglia 2009: Bruno und Carlo Ferrari

Gewinner der Mille Miglia 2009: Bruno und Carlo Ferrari

Unterstützt wird das ganze noch von den zahlreichen Zuschauern, die am Rande der Straßen picknicken oder die Teilnehmer mit viel Applaus an den Etappenzielen erwarten. Entlang der Landstraßen (da in den historischen Zentren die Durchfahrt normalerweise nicht erlaubt ist) sieht man auch zahlreiche Oldtimer, die sich mit ihren meist antiken, herausgeputzten Flitzern ganz „cool“ unter die Teilnehmer der Mille Miglia mischen. Klar erwartet auch sie tosender Applaus, wenn sie an den Zuschauern auf der Landstraße vorbeifahren. Tatsächlich kann man sie nur von der Startnummer unterscheiden, über die diese natürlich nicht verfügen.

Auf dem Heimweg am Nachmittag zogen sich über dem Amiata heftige Gewitterwolken zusammen, deren Auswirkungen wir schließlich von Montalcino bis nach Sticciano hatten. Ich hoffte nur, dass die Teilnehmer noch rechtzeitig vor den Gewitterwolken über den Futa-Pass nach Bologna und schließlich an ihr Endziel Brescia gelangten. Gewonnen hat das Rennen ein Bugatti Type 37 aus dem Jahre 1927 (das Jahr des 1. Mille Miglia Rennens!), gefahren -was für eine Ironie – von Bruno und Carlo Ferrari aus Brescia!

Weblinks

Mille Miglia Allegemein

Offizielle Webseite

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Ich lebe seit fast 20 Jahren in der Toskana, die ich aufgrund meiner Arbeit wie meine Westentasche kenne. Entdecken Sie gemeinsam mit mir die Schönheiten, exzellente #Wein, köstliches #Essen & #Rezepte aus der #Toskana und #Italien, die wichtigsten #Events für Ihren #Urlaub in der #Toskana

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