Wie lebt es sich in einem italienischen Urlaubsort am Meer, oder besser gesagt an der südtoskanischen Küste? Von September bis Juni eigentlich sehr gut würde meine Antwort lauten. Zwar hat man das Meer direkt vor der Tür, allerdings ist es insbesondere während der Sommermonate nicht immer sehr angenehm. Mit Beginn der italienischen Schulferien Anfang Juni beginnt von Woche zu Woche eine langsame, aber stetige Zuwanderung von vielen Familien, die ihre Zweitwohnung im Ort haben. Oma und Opa, die nicht-arbeitende Mutter inklusive Kinder ziehen dann von Colle Di Val d’Elsa und sonstigen Orten des toskanischen Hinterlandes an das Meer um. Am Wochenende kommt dann der Mann hinzu sowie noch die eingeladenen Freunde oder die Tagesausflügler, die einen oder zwei Tage zum Baden ans Meer kommen. Ab Ende Juli geht es dann richtig los: viele der ansonsten leerstehenden Privatwohnungen werden während der 3-4 Haupturlaubswochen über Immobilienmakler (meist recht überteuert) vermietet. Das Ergebnis dieser beiden Phänomene bringt es mit sich, dass in einer kleinen Wohnung bestehend aus Wohnraum/Küche, Schlafzimmer und Bad sogar Oma+Oma, Sohn, Schwiegertochter inklusive beider Kinder unterkommen. Sollten dann noch andere Verwandte kommen, so haben die Italiener da die genialsten Einfälle, was ausklappbare Betten oder Schlafplätze anbelangt. Hauptsache in den Urlaub, ganz nach dem Motto „tutti al mare“. Solange es mit dem Verkehr noch keine Überhand genommen hat, kann man relativ gefahrlos das Rad nutzen. Manchmal hat man das Gefühl durch einen Film zu radeln und riskiert es so auch noch vom Rad zu fallen: da sieht man den etwas korpulenten Verschwitzten Mann mittleren Alters, nur mit einer ausgeleierten Badehose bekleidet am Straßenrand, unter dessen Spaghettibauch eine Gürteltasche angebracht ist, bewaffnet mit Angel und Eimer (erinnerte mich sehr an Fred von den Flintstones). Letzte Woche fuhr ich an einer Dame mittleren Alters vorbei, eigentlich in Top-Form, allerdings nur mit einer sehr kurzen Elastik-Baumwollhose