MILLE MIGLIA 2010

11 Mai, 2010 by Daniela Braun 

Vom Donnerstag, 6. Mai bis Sonntag 9. Mai 2010 fand in diesem Jahr zum 28. Mal das alljährliche Oldtimerrennen Mille Miglia statt, welches in Form einer acht über insgesamt 1000 Meilen (1600 km) von Brescia nach Rom und wieder zurück führt. Man bedenke, dass in diesem Jahr über 1400 Bewerbungen aus der ganzen Welt geeigneter Teilnehmerwagen eingingen, deren Modelle zwischen 1927 und 1957 gebaut worden sein sollten und diese auch mindestens einmal an der Original Mille Miglia dieser Jahre teilgenommen haben sollte.
Mille Miglia: Im Oldtimer durch die ToskanaEine enorme Anzahl an Teilnehmeranfragen auch deshalb, da die Teilnahme der 1000 Miglia auch einen stolzen Preis hat: über 6000 Euro! Davon werden höchstens 375 geeignete Oldtimer ausgewählt, die dann am historischen Autorennen teilnehmen können. Als Besonderheit starten in diesem Jahr 130 “moderne” Ferrari, die von 1958 – nach Ende des letzten Original-Mille Miglia Rennens - bis heute gebaut wurden. Ich glaube, dass man nirgendwo in der Welt eine solche Anzahl von herrlichen Oldtimern vom unschätzbaren Wert zusammen sehen kann. Hinzu kommt, dass sich viele Oldtimerclubs darunter mischen, was die Anzahl noch erhöht. Die Polizei drückt während dieser Tage ein Auge zu und macht den Teilnehmern gar mit den sogenannten Apripista den Weg frei, auf Landstraßen sowie auf historischen Plätzen, wo man normalerweise niemals mit dem Auto fahren darf. 

Am Mittwoch, dem Vorabend des ersten Renntages wurde das Rennen von heftigen Gewitterstürmen bedroht.

Joschka Fischer im BMWAm nächsten Abend startete das Rennen pünktlich in Brescia um 19.30 zu seiner ersten Etappe nach Bologna -  glücklicherweise bei Trockenheit – wo die ersten Teilnehmer ab Mitternacht erwartet wurden. Frühmorgens ging es dann, am Freitag, 7. Mai weiter in das etwa 520 km entfernte Rom. In den Hügeln der Appenninen wurden die Rennfahrer mit Kälte, Regen und teilweise sogar Schnee überrascht. Man stelle sich vor, dass viele dieser Oldtimer kein Dach haben und dass die Fahrer somit jeglicher Witterung ausgesetzt sind. Kälte, Nässe und kalter Fahrtwind! Brrrh che schifo e che freeddddo, würde der Italiener jetzt sagen; alleine die Vorstellung daran lässt mich erzittern, denn ich schaffe es erst ab ca. 22° C aufwärts in “Topless” zu fahren…

Mille Miglia 2010 Autokolonne bei PienzaAm Abend wurden die Teilnehmer in Castel Sant’Angelo in Rom erwartet, von wo aus es dann weiter per Polizeigeleit in die historische Altstadt ging. Bei Regen starteten die Teilnehmer bereits am frühen Samstagmorgen an der Engelsburg in Richtung Brescia. Es ging durch die Toskana, wo dann auch zum Glück aller Teilnehmer die Sonne wartete, mit Halt in historischen Orten wie Pienza, Siena oder Florenz. In diesem Jahr hatten sich die Veranstalter hier ein ganz besonderes Bonbon ausgedacht: anstatt über die Landstraße, ging es bei Torrenieri über 5 km sehr hügeligen und steilen Feldweg, mit unglaublich tiefen Schlaglöchern. Ein Abenteuer für Auto und Fahrer! Angeblich haben diese 5 km Feldweg alle Teilnehmer heil überstanden. Am späten Abend trudelten die ersten Fahrer wieder in Brescia ein. Es gewinnt nicht unbedingt das schnellste Auto sondern die Fahrer müssen während des Rennens eine Reihe zahlreicher Aufgaben meistern, welche mitbewertet werden.

Der Gewinner der Mille Miglia 2010Die Gewinner der Mille Miglia 2010 sind der Italiener Giuliano Canè mit seiner Frau Lucia Galliani, in einem  silberfarbenen BMW 328 Mille Miglia Coupé, mit der Startnummer 88, aus dem Jahre 1939. Giuliano Canè gewinnt die Mille Miglia bereits zum 10. Mal! Den zweiten Platz belegten das Team Luciano Viari und Mark Gessler in einem dunkelroten Alfa Romeo 6C 1500 Gran Sport, Baujahr 1933 mit der Startnummer 44. Der dritte Platz mit der Startnummer 79 wurde von Enzo Ciravolo und Maria Leitner in einem kräftig-blauen BMW 328, Baujahr1937 belegt.

Natürlich durften bei diesem Rennen auch italienische sowie internationale bzw. deutsche VIPs bei der Mille Miglia nicht fehlen. Neben David Coulthard und Mika Hakkinen in einem Mercedes 300 SL Sport (Startnummer 183) waren u.a. dabei:

  • Hinten, im roten Mercedes Uschi Glasder ehemalige Außenminister Joschka Fischer, zusammen mit Klaus Dräger in einem silberfarbenen, offenen BMW 328, aus dem Jahre 1937 (Startnummer 81)
  • die Schauspielerin Uschi Glas, gemeinsam mit ihrem Ehemann Dieter Hermann, in einem dunkelroten Mercedes Benz  300 SL aus dem Jahre 1957 (Startnummer 366)
  • der TV-Koch Horst Lichter, gemeinsam mit Dieter Griesenbach in einem rot-weißen, offenen Ferrari 750 Monza aus dem Jahre 1955 (Startnummer 319)
  • Kay Jay, eher bekannt unter dem Namen Jamiroquai, gemeinsam mit Page Maxted, unter der Startnummer 234 in einem schwarzen MaseratiA6G/54 (1955)
  • Prinz Bernhard von Oranien-Nassau mit Roberto Meyer, unter der Startnummer 61 in einem roten, offenen ALFA ROMEO 8C 2300 Le Mans (1931) – Sport
  • Prinzessin Anne von Oranien-Nassau mit Evelyne Westerman, unter der Startnummer 295 in einem weißen PORSCHE 550-1500 RS (1955) – Sport
  • Niccolò Ghedini, Anwalt von Silvio Berlusconi, unter der Startnummer 153 in einem mausgrauen ALFA ROMEO 6C 2500 SS cabriolet Touring (1951)
  • Nick & Annette Mason (Nick war Mitglied der Gruppe Pink Floyd), unter der Startnummer 127 in einem FRAZER NASH Le Mans Replica (1949) – Sport
  • Jim Gianopulos, Präsident der 20th Century Fox, unter der Startnummer 154, in einem crémefarbenen  ALFA ROMEO 6C 2500 SS cabriolet Pininfarina (1950)

Nicht zu vergessen zahlreiche Journalisten wie z.B. Auto Motor und Sport-Chefredakteur Bernd Ostmann und Thomas Weber (Startnummer 67, in einem roten, offenen Mercedes-Benz SS aus dem Jahr 1930) oder Ralley-Legenden wie Miki Biasion, der gemeinsam mit Joachim Mass unter der Startnummer 273 in einem schwarzen, traumhaft schönen MERCEDES-BENZ 300 SL W198-I (1955) ins Rennen ging. Gerne würde ich wissen, ob Herr Fischer und all die anderen Berühmten Damen und Herren in ihren offenen Autos das Wetter gesund überstanden haben…

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Comments

4 Antworten zu“MILLE MIGLIA 2010”
  1. Peter sagt:

    Ein Traum! Die alten Autos vor der wunderschönen Kulisse der Toskana. Wenn ich auch wohl nie selber teilnehmen werden kann, will ich doch unbedingt mal zuschauen.

  2. Tja, die Teilnahme bleibt wohl leider nur auf einige Wenige beschränkt, aber es ist ja auch wohl gerade das, was sie so besonders macht. Selbst als Zuschauer bekommt man etwas von diesem Adrenalin der Teilnehmer ab. In kleinen Zentren, wie z. B. Pienza halten viele für eine Cappuccino-Pause an der Bar, sodass selbst Berühmtheiten ganz normal (und völlig kaputt, aber zufrieden) aus ihrem Wagen steigen und sich mit den Zuschauern unterhalten. Hier in der Toskana, wo die Mille Miglia u.a. durch die herrliche Landschaft des Senese zieht, scheint alles wie in einem Film zu sein. Absolut lohnenswert während der Mille Miglia dort ein Wochenede zu verbringen. Unvergesslich und einmalig die Oldtimerschlangen, die sich durch die malerische Hügellandschaft winden…

  3. Konny sagt:

    Absolut! Als bekenndender Oldtimer-Fan muss man mal dabei gewesen sein. Drei bis vier mal haben wir uns das Spektakel in Rom angesehen,einfach sensationel. Letzte Woche dann das erste Mal in Brescia. Dadurch das ganz Brescia und Umgebung die Mille Miglia leben (Werbung in den Geschäften und Straßen), hat es noch einmal etwas Besonderes, eben den besonderen “Spirit”. Es steckt und macht Lust es selbst einmal zu erleben.

  4. Hlina Walter sagt:

    Durch Zufall begegneten wir in und um Greve die Mille Miglia.
    Es ist schon etwas ganz besonderes die Mille Miglia naturale zu erleben. Unvergesslich am Oldtimerkonvoi vorbeizufahren oder in Greve am Straßenrand zu stehen, wenn diese herrlichen, alten Automobile vorbeidonnern.

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