Pane fatto in casa

Pane fatto in casa

Seit einigen Monaten haben wir ein neues, von Frau sehr geliebtes neues Familienmitglied namens Bimby. Es handelt sich hier um einen wahnsinnigen Alleskönner „Made in Germany“, der eine Riesenhilfe bei der Zubereitung jeglicher, frischer Speisen, Mixer als auch eine hervorragende Knetmaschine für Teigwaren ist. Dank diesem kann man innerhalb von 2 Minuten Brot bzw. Pizzateig machen. Alles was man zur Herstellung eines köstlichen italienischen Weißbrotes benötigt sind:

Pane fatto in casa
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Ingredients
  • 330 g Wasser
  • 20 g Hefe
  • 1 TL Zucker
  • etwas Olivenöl
  • 600 Mehl (Typ 00)
  • 1 TL Salz.
Instructions
  1. Zunächst im Wasser (lauwarm oder Zimmertemperatur) die Hefe auflösen und dann etwas Olivenöl dazu, das Mehl darüber, dann einen Teelöffel Salz hinzufügen und zu einem Teig verkneten.
  2. In eine Schüssel geben, mit einem sauberen Küchentuch oder aber auch mit Frischhaltefolie oder mit Deckel (verhindert Austrocknen der oberen Schicht) abdecken und mindestens eine Stunde ruhen lassen.
  3. Man kann ihn auch am Abend zubereiten und dann über Nacht ruhen lassen bzw. am Morgen zubereiten, sodass man am nächsten Morgen oder am Abend (genial bei Gästen!) nur noch seinen Laib formt und nach 45 Minuten bei 180-200° C köstliches, knuspriges Brot bekommt.

Der Teig ist ebenfalls das Grundrezept für Pizza, köstliche Schiaccia (das toskanische Pizzabrot), Brötchen…. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Um eine Pizza oder Schiaccia herzustellen rollt man den Teig auf einem Backblech aus, sticht mit der Gabel über den Teig verteilt hinein und gibt ihn für ca. 20 Min. in den Ofen, bis er goldbraun gebacken ist. Bei Pizza kann man ihn vorher noch mit Tomatenmark oder selbst gemachter Tomatensauce bzw. frischen Tomaten, Basilikum und Mozzarella sowie jeglichen anderem Belag verfeinern, während die Schiaccia vor dem Backen einfach nur mit Olivenöl und Salz verfeinert wird. Un tocco speciale gibt der Schiaccia auch etwas frischer Rosmarin.  Die Schiaccia kann man dann mit dem Brot im Brotkorb abwechselnd anrichten, indem man daraus etwa 3 cm breite und 5-10 cm lange Stücke schneidet. Eine weitere Variante sind kleine Pizza- oder Partybrötchen, die man noch mit Sesam, Mohn, Sonnenblumen- oder Kürbiskernen verfeinert. Damit diese auf dem Brot oder Brötchen haften, die Teigoberfläche mit etwas Wasser bestreichen und die Körner darüber streuen. Viele Italiener lieben das kanadische Manitoba-Mehl, welches aus Eliteweizensorten gemahlen wird. Es entspricht dem Mehltyp 550, allerdings ist der Klebergehalt im Vergleich zu herkömmlichen Weizenmehlen höher, sodass ein starker, dehnbarer Teig und ein größeres Teigvolumen entstehen. Es ist deshalb für das langes gehen lassen geeignet sowie wenn man wenig Hefe benutzt.

Vollkornbrot mit Sonnenblumenkernen, außen knusprig, innen weich

Aufgrund besserer Verdaulichkeit bin ich irgendwann anstatt der Hefe auf getrockneten Sauerteig umgestiegen, der enorm leicht in der Handhabung ist. Ohne jegliche Vorwarnung kam mein Mann eines Tages mit einem „richtigen“ Sauerteig nach Hause, der aus einer traditionsreichen, neapolitanischen Bäckerfamilie stammte, die diesen nun schon seit Generationen hatte und „am Leben“ hielt! Dazu muss man diesen alle 3-4 Tage auffrischen. Dazu entfernt man die oberste, angetrocknete Schicht, wiegt dann den aufzufrischenden Teig, gibt dieselbe Menge Manitoba-Mehl hinzu sowie die Hälfte des Wassers, etwas Zucker, Malz oder Honig. Aufbewahrt wird er in einem gut verschliessbaren Glasgefäss im Kühlschrank. Im Idealfall stellt man dann das Brot einen Tag nach Auffrischen her. Sollte man ihn nicht auffrischen, so „stirbt“ er, dh. jetzt in der Urlaubszeit sollte man sich entweder einen „Sauerteig-Sitter“ suchen oder ihn mitnehmen. Anfangs war ich nicht gerade sehr begeistert von dieser „Sklaverei“, denn ich muss anmerken, dass bereits bei einem weiteren Kollegen der Teig eingegangen war und dies wirklich ein Trauerfall für die neapolitanische Bäckerfamilie war. Aber das Brot ist einmalig, sodass es tatsächlich lohnenswert ist! Zur Brotherstellung benötigt man von der Mehlmenge 30% Sauerteig. Dh. im Falle des o.g. Grundrezeptes ca. 180-200 g Sauerteig, 600 g Mehl, allerdings wesentlich weniger Wasser (ca. 200 g), das man vorsichtig hinzugibt, bis man einen angenehm zu knetenden, glatten Teig bekommt. Anstatt des Weissmehles nutze ich Bio-Vollkornmehl aus dem Naturkostladen. Auch das Manitoba-Mehl ist Bio. Der neapolitanische Bäcker riet mir zu Malz anstatt des Rohrzuckers, was auch prima funktioniert. In den Fotos sieht man mein köstliches, italienisches Bio-Vollkornbrot mit Sonnenblumenkernen. Es hält sich sehr gut auch mehrere Tage in der Brotdose frisch. Bei hohen Temperaturen, wie wir sie hier momentan in Italien haben, sollte man es im Kühlschrank lagern, da sich ansonsten ruckzuck Schimmel bildet. Das Brot kann man wie Weißbrot verwenden, ist köstlich zu Tomatensalat, einfach zum Tunken oder per fare la Scarpetta (dh. den Teller mit einem Brot zu säubern).  Mit meinem Bio-Vollkornmehl und dem Sauerteig habe ich auch schon köstliche Pizza gebacken!!! Die schmeckte sogar dem eher wenig vollkornliebenden Ehemann aus Neapel (hier wurde die Pizza erfunden!) und das will etwas heissen!!! So, in diesem Sinne buon appetito und gutes Gelingen!

Tipp

Man kann den Teig auch problemlos ein oder auch zwei Tage vorher herstellen. Allerdings muss er dann abgedeckt im Kühlschrank gelagert werden.

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Ich lebe seit fast 20 Jahren in der Toskana, die ich aufgrund meiner Arbeit wie meine Westentasche kenne. Entdecken Sie gemeinsam mit mir die Schönheiten, exzellente #Wein, köstliches #Essen & #Rezepte aus der #Toskana und #Italien, die wichtigsten #Events für Ihren #Urlaub in der #Toskana

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