Schnee lähmt Italien

//Schnee lähmt Italien
  • Domplatz Massa Marittima

Schnee lähmt Italien

Waren es vor einer Woche noch die LKW-Fahrer sowie der öffentliche Verkehr, die aufgrund ihres Streikes Italien lähmten, so sind es in diesen Tagen Schnee, Eis und die sibirische Kälte. Auch hier ist seit Montag die Quecksilbersäule stark nach unten gefallen. Es handelt sich wohl um die niedrigsten Temperaturen seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Ganz besonders hart hat es die Höhenlagen der Toskana getroffen. Meterhoher Schnee blockiert jegliches Fortkommen. In Nordeuropa, wo Winterreifenpflicht herrscht, man einfach anders für die Kälte eingerichtet ist, wäre die momentane Situation kein so grosses Problem.

Allerdings benötigt man in den südlichen Gefilden keine Winterreifen, sodass im Falle von Schnee überhaupt nichts mehr geht, auch wenn es seit vergangenem Jahr gesetzlich vorgeschrieben ist, Schneeketten während der Wintermonate mitzuführen oder aber Winterreifen montiert zu haben. Auf der Autobahn A1 bei Florenz, der Hauptverbindung von Norden entlang des Stiefels in Richtung Süden, wurden alle LKWs kontrolliert. Man kann sich hier nur vorstellen, welch kilometerlange Schlangen in den vergangenen Tagen herrschten. Die unüblichen Schneemassen haben zum Umfallen von Bäumen beigetragen, die auf Stromleitungen fielen und somit zu Stromausfällen in der gesamten Region führten. Ganz besonders betroffen die Hügel um Monticiano, nahe Siena, wo hunderte Familien seit Dienstag ohne Strom und Heizung sind. Wer in diesen Tagen auf sein Auto verzichten möchte und auf den Zug umsteigen möchte wurde auch hier von unvorstellbaren Umständen überrascht. Insbesondere die überfüllten und völlig veralteten Züge der italienischen Zuggesellschaft Trenitalia kamen zum Stillstand, es schneite in die  Wagons und die Fahrgäste waren über Stunden gezwungen in der eisigen Kälte auszuharren und Hilfe bzw. Weiterkommen abzuwarten. Seit gestern sind die meisten Schulen in der Toskana geschlossen. Die Schnee- und Kältewelle ist wohl auch am Morgen in Rom eingetroffen. Hier, an dersüdtoskanischen Küste sind wir relativ verschont geblieben. Noch am Dienstag hatten wir bei relativ niedrigen Temperaturen herrlichsten Sonnenschein. Ab Mittwoch sollte es auch hier schneien, allerdings wurden wir nur mit wenigen Schneeflocken beglückt, die auch nicht liegen blieben. Bereits wenige Kilometer weiter, in den Hügeln des Hinterlandes, sieht man, dass der Schnee dort liegen geblieben ist. Heute haben wir mit eisigem Nord-Ostwind zu kämpfen und Temperaturen, die zwar im Plusbereich liegen, allerdings sich doch sehr dem Gefrierpunkt nähern. Um es in der Umgangssprache auszudrücken: Fa un freddo cane…

2014-01-20T18:47:16+00:00 3 Februar 2012|Categories: Aus Italien|Tags: , , , , , |0 Kommentare

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