SCIOPERI A TUTTA FORZA – VENERDI‘ NERO

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SCIOPERI A TUTTA FORZA – VENERDI‘ NERO

Waren es vor 2 Tagen noch die Aquilani in Rom mit ihrem Protest von der Regierung komplett im Stich gelassen worden zu sein, so streiken heute Journalisten sowie alle öffentlichen Verkehrsmittel (Bus, Metro, Zug). Bereits seit Donnerstagabend ab 21 Uhr bis Freitagabend 21 Uhr stehen die Züge in Italien fast komplett still (Infos dazu www.ferroviedellostato.it oder Callcenter 892021) und ab heute auch noch Bus, Metro und Straßenbahnen. Wie Trenitalia mitteilt, wird die Zugverbindung Roma Termini (Hauptbahnhof) mit dem Flughafen Fiumicino garantiert, während für die Regionalzüge angeblich die Hauptverkehr (6-9 Uhr, 18-21 Uhr) garantiert werden würde. Die Streikzeiten der öffentlichen innerstädtischen Verkehrsmittel sind von Stadt zu Stadt unterschiedlich. In der italienischen Hauptstadt Rom streiken die öffentlichen Verkehrsmittel von 8,30 bis 17,30 sowie ab 20 Uhr. Aufgrund des Streiks der öffentlichen Verkehrsmittel wird sich wohl sehr viel Verkehr auf die Straße verlagern, sodass mit zahlreichen Stauss gerechnet werden muss. Hinzu kommt, dass heute, am Freitag sehr viele in den Urlaub bzw. ins Wochenende fahren…

Die Journalisten hingegen streiken nicht für neue Tarifverträge sondern streiken gegen den Gesetzesentwurf (DDL intercettazioni bzw. legge bavaglio) von Silvio Berlusconis Justizminister Clemente Mastella, der verbieten soll, dass freiberufliche Journalisten Aufnahmen machen und Mißstände ans Tageslicht bringen. Man bedenke, dass ein großer Anteil aller Journalisten die für Nachrichtensendungen oder Zeitungen tätig sind Freiberufler mit journalistischer Zulassung sind, diese aber Untersuchungen weder filmen noch veröffentlichen dürfen.  Journalisten, die beispielsweise Prozessakten oder Untersuchungen ohne die Zustimmung der involvierten Personen veröffentlichen, riskieren bis zu 4 Jahren Haft! Die Journalisten wehren sich dagegen, denn viele Skandale, in welche italienische Politiker involviert sind, wären so niemals ans Licht gekommen und appellieren an die Pressefreiheit. Daher werden heute, am Freitag 9. Juli die Tageszeitungen nicht erscheinen bzw. online aktualisiert werden sowie wird es keine Fernseh- bzw. Radionachrichten geben. Bleibt zu hoffen, dass der enorme Protest dazu führt, dass der Gesetzesentwurf nicht zum endgültigen Gesetz wird. Saviano hat dazu einen sehr angebrachten Satz gesagt: <<Questa legge difende la Privacy dei malaffari.>>

Die Journalistin Milena Gabanelli in ihrem Fernsehaufruf zu Beginn des Programmes Report von RAI3

Roberto Saviano am „No-Bavaglio Day“ am 1. Juli 2010 in der Piazza Navona in Rom in einem allgemeinen Protest gegen den Gesetzesentwurf

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