Tragisches Schiffsunglück vor der Küste
16 Januar, 2012
Am Samstag, 14. Januar 2012, ging ich bei herrlichstem Sonnenschein, traumhaften winterlichen Temperaturen (ca. 15° C) mit meinen Hunden zu Fuss in die Stadt, um Brot zu holen und eventuell noch ein Schnäppchen bei den Saldi Invernali, dem Winterschlussverkauf zu machen. Das Meer schien ein herrlich blauer, sanfter Teppich, eingerahmt von einem fast wolkenlosen Himmel. Ich hatte an diesem Morgen noch keine Nachrichten gesehen oder gehört, sodass ich keinerlei Ahnung hatte, was sich etwas weiter südlich von uns, vor Giglio zugetragen hatte. Gerade als ich die Bäckerei verlies, rief mich mein Mann an, um mir mitzuteilen, dass irgendwie ein Schiff vor Giglio Probleme hatte und mich gleich ein Offizier anrufen würde, um per Telefon zu dolmetschen. Nicht allzu sehr erschrocken, denn es kommen doch immer mal kleinere Unfälle vor, wobei man sich dann bei Kleinigkeiten nicht verständigen kann, wartete ich auf den Anruf, der auch nur wenige Sekunden später eintraf. Hier bemerkte ich, an der Stimme sowie den Hintergrundgeräuschen und natürlich auch bei dem, was ich übersetzte, dass etwas schlimmeres passiert sein musste.
Ich konnte mir zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht vorstellen, dass bei traumhaftem Wetter (was auch bereits am Vortage herrschte) ein so großes Kreuzfahrtschiff vor der kleinen Insel Giglio in den vergangenen 24 Stunden Probleme gehabt haben könnte. Bereits am Nachmittag wurden Stimmen laut, die sagten, dass der Schiffskaptän sich der Insel näherten, um sie wie üblich (es fährt jeden Freitag an der Küste entlang) “zu grüßen”. Diesmal kam wohl noch hinzu, dass er dem von der Insel stammenden Oberkellner, dem Gefallen erweisen wollte, der bereits in der Vorwoche das Schiff verlassen sollte und sich somit wahrscheinlich noch weiter als üblich näherte und hierbei das Unglück geschah. Man kann nicht verstehen, wie so etwas trotz modernster Navigationstechniken passieren konnte. Hinzu kommt, dass es einfach bekannt ist, dass zahlreiche Felsen um Giglio, den so gennanten Formiche, aus dem Wasser ragen. Auch kann man nicht verstehen, was die Küstenwacht tat, die doch dank ihrer Satellitensysteme sehen mussten, dass das Schiff viel zu nahe an der Insel und somit den gefährlichen Felsen war.
Zwar scheint der Kapitän noch versucht zu haben, das Schiff nach dem Unfall näher zur Insel zu bringen, um somit die Passagiere in Sicherheit zu bringen. Dem Kapitän wird vorgeworfen, viel zu spät Alarm gegeben zu haben. Der Vorfall passierte gegen 21.30 und erst gegen 22.45 Uhr ging die Alarmmeldung ein. Bereits ab 21.40 Uhr gingen unter der Notrufnummer bei den Carabinieri zahlreiche Anrufe von besorgten Passagieren ein. Nach einer versuchten Kontaktaufnahme mit der Concordia erhielt man die Antwort, dass man mit einem elektrischen Blackout zu kämpfen habe, welches man dabei sei, unter Kontrolle zu bringen. Viel zu spät, bereits als das Schiff komplett geneigt war, begann man damit die Notboote nach unten zu lassen, wobei somit jene, auf der Seite der Neigung, nicht mehr ins Wasser gelassen werden konnten. Zeugen sagten aus, dass sehr viele Passagiere zurück in ihre Kabinen seien, um die Rettungswesten zu holen, da natürlich auf den Decks eine nicht ausreichende Anzahl an Rettungswesten vorhanden war und einige danach nicht mehr zurück kehrten. Viele Passagiere werfen desweiteren der Crew vor, dass sie nicht in der Lage war, mit der Situation umzugehen.
Was genau passiert ist, das wird sich in den nächsten 1-2 Tagen nach genauer Auswertung der Blackbox herausstellen. 6 Tote bisher, weitere 29 Personen werden noch vermisst. Man hofft, eventuell noch weitere Überlebende, eventuell in einer Luftblase, in den Kabinen zu finden, auch wenn langsam die Hoffnung schwindet. Auf traurige Weise ist die kleine Insel Giglio, deren offizielle Einwohnerzahl etwa ein Drittel der Schiffspassagiere ausmacht, zu weltweitem Ruhm gelangt. Giglio, bestehend aus drei Ortschaften – Giglio Porto, Giglio Castello und Campese – ist ein kleines Juwel, beliebtes Ziel für Tagesausflügler zum Baden im herrlichen Meer, das die Insel umgibt. Man erreicht die Insel mit einer kleinen Fähre von Porto Santo Stefano, welche bei der Ankunft den kleinen Hafen komplett auszufüllen scheint. Es gibt nur sehr wenige Hotels, die auch nur während der Sommermonate geöffnet sind. Mit dem Ende der Sommersaison leert sich die Insel; Restaurants geschlossen, nur das wichtigste wie Bäckerei, Bar und Lebensmittelgeschäft geöffnet. Es ist schwer vorstellbar, wie es in der Nacht auf Giglio zugegangen sein musste und wie lange es dauerte, über 4000 gerettete Menschen ans Festland zu bringen. Die Bevölkerung der Insel Giglio hat wohl in der Nacht getan, was sie konnte, indem sie die Schiffsbrüchigen mit warmen Getränken, Essen, Decken, Jacken, gar Schuhen versorgten. Auch die Einwohner des kleinen Porto Santo Stefano taten, was sie konnten, so beispielsweise ein Tauchlehrer, der beim Abendessen, als er davon hörte, sich gleich mit seinem kleinen Boot nach Giglio aufmachte. Italienische und europäische Passagiere konnten bereits am Samstag die Heimreise antreten, während Passagiere aus Nicht-EG-Staaten in dafür eröffneten Unterkünften untergebracht wurden, so lange, bis Ersatzausweispapiere für eine mögliche Weiterreise ausgestellt worden sind.
Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass das Wetter in den nächsten Tagen standhält, diese menschliche Tragödie sich nicht noch in eine Umweltkatastrophe wandelt. Es ist kalt geworden und am Morgen nieselte es leicht, aber solange das Wasser ruhig ist, dürfte die Costa Concordia von den Felsen gehalten werden, auf denen sie gestrandet ist, sodass die Rettungsarbeiten sowie das Absaugen des Kerosins, was für die nächsten Tage angesagt ist, hoffentlich reibungslos ablaufen können.
GEO SAISON EXTRA – TOSKANA FÜR GENIESSER 2010
10 August, 2010
Sie ist wieder da, die Sonderausgabe der GEO-SAISON EXTRA, TOSKANA FÜR GENIESSER 2010. Auch in diesem Jahr war das Team wieder in der Toskana unterwegs, um alle Toskana-Liebhaber auch aus der Ferne, nach dem Urlaub an dieser herrlichen Landschaft teilhaben zu können.
GEO SAISON Extra “Toskana” möchte den Leser auch beim Gelingen und der Planung seines nächsten Urlaubes helfen. Eindrucksvolle Fotos von Lichtspielen, wie nur die Toskana von der Küste bis ins Hinterland funkelt und strahlt, Interviews mit dem Startenor Andrea Bocelli oder mit dem Fotomodell Marta Cecchetto, das Werbegesicht der Region Toskana und nebenbei Freundin des Fußballers Luca Toni, die Lieblingsrezepte des Sternekochs Luca Lodovichi [Weiter Lesen]
URLAUB MIT DEM HUND AM MEER: NEUES TOSKANISCHES GESETZ
31 Mai, 2010
Die Region Toskana hat im Oktober 2009 ein neues Tierschutzgesetz verabschiedet. In den vergangenen Jahren galt von Juni bis September ein absolutes Hundeverbot am Strand. Bis im vergangenen Jahr waren in der Toskana die meisten Hundestrände durch Schilder gekennzeichnet. Es handelte sich meist um Spiagge Libere, öffentliche, nicht verpachtete Strände, dh. Sonnenschirme zum Schutze des Vierbeiners sind selbst mitzubringen. Im Oktober 2009 wurde in der Toskana ein Regionalgesetz verabschiedet, [Weiter Lesen]
LA SCHIACCIATA DI PASQUA – EIN TYPISCHES TOSKANISCHES OSTERBROT
25 März, 2010

Bei der Schiacciata di Pasqua handelt es sich um ein süßes, toskanisches Osterbrot, welches eigentlich dem Teig einer handelsüblichen Colomba recht ähnlich ist. Insbesondere rühmt sich der kleine Ort Ponte a Egola zwischen Pisa und Florenz, der Erfinder dieses Brotes zu sein.Die Schiacciata di Pasqua ist wohl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden und beruht auf eine Idee von Bauernfamilien. Diese wussten nicht recht was sie mit der enormen Menge an Eiern während der Zeit um Ostern angangen sollten und dachten sich, diese für einen Kuchen zu nutzen, der dazu dienen sollte die Osterzeit zu feier [Weiter Lesen]
TRADITIONEN IN NEAPEL – LE ZEPPOLE DI SAN GIUSEPPE
22 März, 2010
Der 19. März ist dem heiligen Josef, it. San Giuseppe gewidmet, dh. der Namenstag aller ”Giuseppe” und ist auch gleichzeitig in Italien der Vatertag. Zwar ist es heute in Italien kein Feiertag mehr, allerdings gibt es traditionell, in jeder italienischen Region typische Spezialitäten, wie z.B. in der Toskana die köstlichen Frittelle di Riso (Reiskrapfen) mit Cremefüllung, die man in jeder Bäckerei und Konditorei, meist schon einige Tage vorher erhält. In Kampanien, insbesondere in der Gegend um Neapel, gibt es la Zeppola di San Giuseppe traditionell nur am 19. März. In Süditalien, dh. in der Gegend um Neapel, ist der Namenstag noch wichtiger als der Geburtstag.
OSTERN IN DER TOSKANA UND GÜNSTIGER URLAUB
22 Februar, 2010
Das Osterfest fällt in diesem Jahr auf das erste Aprilwochenende, sehr früh, aber ganz bestimmt nicht zu früh, um die Toskana zu besuchen. Nach einem ungewöhnlich langen und sehr hartem Winter, duftet es bereits nach Frühling. Kommt die Sonne heraus, so bemerkt man, dass sie an Intensität gewonnen hat, was natürlich bis Ostern noch steigt. Hat man Glück, so werden bereits im April Temperaturen von über 20° C erreicht, ideal um die herrliche Natur kennen zu lernen, in ihren intensivsten Farben zu fotografieren oder auch um bei angenehmer Temperatur die schönen – bekannteren und weniger bekannteren – Orte der Toskana wie z.B. Florenz, Siena, San Gimignano und Volterra zu besuchen. [Weiter Lesen]
MARATHON FLORENZ 2010
18 Februar, 2010
Jedes Jahr, am letzten Sonntag im November findet in Florenz der Stadtmarathon statt, eine herrliche Gelegenheit um diese einzigartige Stadt auf eine etwas andere Art und Weise kennen zu lernen. In diesem Jahr, am 28. November findet dieser zum 27. Male statt. Die genaue Marathonstrecke beläuft sich auf 42,195 km. Start ist auf dem herrlichen Piazzale Michelangelo und geht von dort aus um Florenz und endet schließlich in der herrlichen Altstadt mit einem einzigartigen historischem Hintergrund. [Weiter Lesen]
WINTERLICHER FENCHELSALAT MIT ORANGEN UND WALNÜSSEN
25 Januar, 2010
Fenchelsalat mit Orangen und Walnüssen ist ein sehr leichtes und gesundes Rezept für den Winter. Die Italiener lieben den Fenchel über alles. In der Toskana wird er auch gerne mit anderen Gemüsesorten wie Karotten roh in ein gutes Olivenöl und Salz getaucht; das nennt sich verdure al pinzimonio. Der Fenchel ist nicht nur schmackhaft sondern wirklich sehr gesund und nahrhaft. Es handelt sich wohl um die kalorienärmste, existierende Gemüsesorte. [Weiter Lesen]
REZEPT CENCI – EINE TOSKANISCHE FASCHINGSTRADITION
22 Januar, 2010
Kaum ist die Befana zu Ende, findet man bereits am nächsten Tag beim Bäcker und in den Läden die Chiacchiere oder auf toskanisch Cenci (dt. Lappen) oder Donzelle. Es handelt sich hier um eine typische toskanische Süßspezialität, die während der Karnevalszeit zubereitet bzw. verkauft wird. Beim Bäcker oder in der Konditorei sieht man überall Schilder mit der Aufschrift Oggi Donzelle fresche oder Oggi Cenci. [Weiter Lesen]
CARNEVALE DI VIAREGGIO 2010 – DER KARNEVAL IN DER TOSKANA
12 Januar, 2010
Kaum sind die letzten Festtage vorbei, beginnt auch schon das Wettrennen zu den letzten Vorbereitungen des Karnevals. Nicht nur in Viareggio sondern auch in vielen anderen toskanischen Städten, gibt es an den Sonntagen Karnevalsumzüge. Bei uns im Ort werden zurzeit noch die letzten Arbeiten an den Wagen verrichtet und man wählte in den vergangenen Tagen die Schönheitskönigin, die dann jedes Stadtteil auf dem jeweiligen Wagen präsentieren soll.
Der weltweit bekannteste toskanische Karneval ist natürlich der [Weiter Lesen]






