Der Unterwasserpark eines kleinen Fischers

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  • La Casa dei Pesci 11 Mai 2015 Talamone

Der Unterwasserpark eines kleinen Fischers

Paolo Fanciulli oder Paolo Il Pescatore, wie ihn alle nennen, war der erste Fischer Italiens, welcher seine eigentliche Arbeit das Fischen mit dem Tourismus verbunden hat und heute unter dem Namen Pescaturismo bekannt ist. Mit ihm und seinem Boot Sirena, das in Talamone (südliche Maremma) kann man einen oder einen halben Tag auf dem Meer vor Talamone und dem Naturpark Parco Naturale dalla Maremma verbringen. Während er seine Netze auslegt bzw. wieder einholt, können Sie ihm behilflich sein oder einfach die Zeit auf dem Boot oder beim Baden genießen. Wer möchte kann auch beim Fischeausnehmen helfen. Zu Mittag gibt es dann den gefangenen Fisch in jeglicher Form von Crostini über Nudeln bis hin zum frisch gegrillten Fisch, wofür Paolo mehr als nur ein Spezialist ist! Sie werden Fische verkosten, die Sie wohl nur schwer in einem Restaurant kosten oder auf dem Markt kaufen können.

Paolo il Pescatore - Talamone Grosseto

Paolo Fanciulli oder Paolo il Pescatore auf seiner La Sirena im Meer vor Talamone

Neben dem Fischen ist Paolo sehr im Kampf gegen den illegalen Fischfang mit Schleppnetzen aktiv. Er hat im Laufe der letzten Jahre einiges angestellt, um die Küste sowie die herrliche Unterwasserwelt zu schützen. So hat er z.B. den gesamten Hafen vor Porto S. Stefano blockiert, da er darauf aufmerksam machen wollte, dass die Behörden sehr gut wissen, wer mit Schleppnetzen unterwegs ist, aber dagegen fast nichts tut. In seinem Projekt „La casa dei pesci“ (dt. das Fischhaus) setzt er sich für nachhaltigen Fischfang ein. Dazu hat er den vergangenen Jahren – dank finanzieller Hilfe vieler Freunde und Unterstützer – Betonblöcke vor der gesamten Küste, von Castiglione della Pescaia bis an die Argentario-Küste, ins Meer heruntergelassen. Diese sollen nicht nur neuen Lebensraum für die Fische bieten, denn die Unterwasserwelt passt sich den Gegebenheiten sehr schnell an und sollen außerdem die Schleppnetze zerreißen. Schleppnetze sind mit Ketten beschwerte Netze, die somit über den Meeresgrund gezogen werden und dabei alles, was es an Lebensraum im Meer gibt mitnimmt und zerstört. Hier werden keine zu kleinen Fische ausgesiebt und alles was nicht brauchbar ist einfach weggeworfen. Auf dem Meeresgrund leben in erster Linie Krebse und Krabben, die von uns Verbrauchern so begehrt sind… Die offiziell genehmigten Fischernetze haben eine solche Netzgröße, dass Kleinfische automatisch wieder ausgesiebt werden.

La Casa dei Pesci

Massimo Catalani – der erste Hammerschlag an der Skulptur

Paolo hat vor ca. 3 Jahren einen riesigen Carrara-Marmorblock aus den Cave Michelangelo (dort wo auch Michelangelo seinen Marmor herbekam!) bekommen, um damit seine Idee eines Skulpturenunterwasserparks zu verwirklichen. Diese konnten dank zahlreicher Spenden mit Containerzügen von der nördlichen in die südliche Toskana transportiert werden. Einige Bildhauer haben aus den Blöcken phantastische Skulpturen geschaffen, die voraussichtlich am 11. Mai 2015, genau wie vorher schon die Zementblöcke ins Wasser gelassen werden sollen. Treffpunkt ist ab 10 Uhr der Leuchtturm oberhalb des Hafens von Talamone. Dazu eingeladen sind alle Urlauber in der Gegend, Journalisten sowie Fernsehsender!

Mit den Marmorskulpturen beladener Lastkahn vor der Küste von Talamone

Mit den Marmorskulpturen beladener Lastkahn vor der Küste von Talamone

Interessante Links:

Fotos der Skulpturen des Unterwasserparks entlang der südtoskanischen Küste

2015-05-10T21:52:48+00:00 23 April 2015|Categories: Aus Italien, Events, Urlaub|Tags: , , |2 Comments

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Ich lebe seit fast 20 Jahren in der Toskana, die ich aufgrund meiner Arbeit wie meine Westentasche kenne. Entdecken Sie gemeinsam mit mir die Schönheiten, exzellente #Wein, köstliches #Essen & #Rezepte aus der #Toskana und #Italien, die wichtigsten #Events für Ihren #Urlaub in der #Toskana

2 Kommentare

  1. Jürgen Schlenker 7. Mai 2015 um 13:09 Uhr

    Auf der Suche nach dem Stichwort Talamone bin ich auf dieser Seite gelandet. Ich würde gerne mal eine Bootstour mit Paolo machen, aber leider steht keine Mailadresse auf dessen Website nur eine Rufnummer. Und ich kann kein Italienisch.
    Vielleicht kann ich im Juni ja mal persönlich anfragen, da sind wir erstmalig in der Maremma.
    Gutes, lobenswertes Engagement!!!

  2. Daniela Braun 7. Mai 2015 um 13:15 Uhr

    Hallo Herr Schlenker,
    ja Paolo selbst ist mit Internet noch nicht so ganz vernetzt und hat seine Freunde, die das für ihn übernehmen und ihn unterstützen. Sie können mir in einer privaten Nachricht Ihre Daten mitteilen und ich leite es gerne an Paolo weiter.

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