Was umgangssprachlich in Italien als Kaffee bezeichnet wird, ist eigentlich der Espresso. Italienisches Espressokaffeepulver hat eine andere Röstung als das Pulver, welches in Deutschland für die Zubereitung von normalem Filterkaffe benutzt wird. Insofern, um einen guten Espresso zu bekommen, sollte man sich Espressokaffeepulver zulegen. Auch hier gibt es enorme Unterschiede. Bei nicht sehr hohem Verbrauch, lohnt der Kauf von großen Päckchen keineswegs, da das Aroma ruckzuck verloren geht. Hat man eine elektrische Espressomaschine, so muss man ausprobieren, welches am besten für die Maschine geeignet ist.

Espressobohnen ungemahlen

Espressobohnen ungemahlen

Für die Italiener, insbesondere die Süditaliener, beginnt der Tag mit einem caffè. In Süditalien ist es uso, dass la mamma den caffè ans Bett bringt, damit man(n) wohl aus den Federn springt. Wer „richtig“ frühstückt tut dies im Allgemeinen mit einem cappuccino dh. ein Espresso mit warmer, geschäumter Milch aufgefüllt oder einem caffelatte, dh. einem Milchkaffee (größere Menge Milch, meist weniger Schaum), begleitet von einem cornetto, einem Hörnchen mit oder ohne Füllung. Dann gibt es noch den caffè macchiato, dh. einen Espresso mit etwas Milch; sollte sie warm sein, dann ist es un caffè macchiato (con latte) caldo, sollte sie kalt sein, dann caffè macchiato (con latto) freddo.

Espresso Passalacqua Neapel

Die Neapolitaner haben eine wahre Kaffeekultur. Hier gibt es an jeder Ecke eine Bar, an der wirklich erstklassiger Kaffee geboten wird. Viele haben eine eigene Röstung und einige von den großen, alteingesessenen Bars rösten und verkaufen auch ihren Kaffee selbst. Dazu zählt auch il Bar Mexico, u. a. in der zentralen Piazza Garibaldi, in der Nähe des Bahnhofs (kommt man praktisch direkt drauf zu, wenn man diesen verlässt und in Richtung Corso Umberto geht) sowie in der Via Ghiaia. Dort trinkt man dann, was der Neapolitaner als „il vero caffè napoletano“ bezeichnet, den Caffè Passalacqua, den es in den unterschiedlichsten Röstungen gibt. Die Tassen oder kleinen Gläser, ja die Neapolitaner trinken ihren Espresso gerne aus kleinen Gläsern, eine Art Schnapsgläser, sind stets vorgewärmt. Auf Anfrage bekommt man auch dazu ein Glas Wasser, was im Allgemeinen umsonst ist. Man sollte aber auf jeden Fall auf dem kleinen Tellerchen ein paar Cent Trinkgeld hinterlassen, am besten schon gleich nach dem Bezahlen (was ja immer vorher gemacht wird), wenn man zum banco geht!

Cappuccino e Cornetto, das italienische Frühstück