Das Palio di Siena vom 2. Juli 2010 gewidmet der Madonna di Provenzano wurde von der Contrada della Selva gewonnen. In Führung, der Fantino Silvano Mulas, auch „Voglia“ genannt, ein 26jähriger Sarde, auf dem Pferd Fedora Saura. Die Contrada della Selva hatte das Palio zum letzten Male im August 2006 gewonnen, während des Palios, welches der Madonna dell’Assunta gewidmet ist. Es handelt sich um den 37. Sieg in der Geschichte des Palios, den ersten Sieg des Fantino und den zweiten Sieg für das Pferd.

Wie immer war die Spannung groß. Während des Rennens kamen mehrere Pferde zu Fall, wohl zum Glück ohne weitere Konsequenzen für Pferd und Reiter. Auf den Gewinner des Palio wartet „Il Cencio“, ein Seidentuch, welches für jedes Palio von einem namhaften Künstler entworfen wird. In diesem Jahr handelte es sich um Alì Hassoun, ein Künstler libanesischer Abstammung, welcher auf dem Tuch die Madonna di Provenzano darstellt, deren Kopf von einem Davidstern sowie einem Halbmond umgeben ist sowie den heiligen Giorgio, der eine islamische Kopfbedeckung trägt. Dieses Werk wurde heiß diskutiert, da der Künstler erstens islamischer Herkunft ist und zweitens auf dem Tuch sowohl christliche als auch moslemische Symbole vermischte. Die zur Lega-Partei gehörende Zeitung „La Padania“ gipfelte gar mit dem Titel „Le mani dell’islam sul palio di Siena“ und fragten in ihrem Artikel, wo denn ein Dialog stattfinde, wenn in islamistischen Ländern keine christlichen Kirchen gebaut werden dürften. Am Ende jedoch löste sich der ganze Tumult um den Cencio wie eine Seifenblase auf. Das Palio fand statt, wurde gewonnen, „Il Cencio“ dem Gewinner überreicht und