GITA FUORI PORTA – AUSFLUG IN DIE BERGE IN KALABRIEN

//GITA FUORI PORTA – AUSFLUG IN DIE BERGE IN KALABRIEN

GITA FUORI PORTA – AUSFLUG IN DIE BERGE IN KALABRIEN

Nachdem wir am Tage zuvor das unerfreuliche Umweltdesaster hatten, entschlossen wir uns dazu, am darauf folgenden Tag einen Ausflug in die kühlen Berge in Kalabrien zu machen. Während ich mich am Morgen noch um Hund und Co. kümmerte, organisierte mein Mann unseren Ausflug. Er wollte in einen Naturpark, wo es möglichst kühl war und wir mit unseren Hunden etwas wandern konnten. Wir fuhren von der Schnellstrasse SS106 Jonica bei Mammola ab und von dort aus in Richtung Limina, wo ein Naturpark sein sollte, inmitten des Sila-Gebirges. Ehrlich gesagt wurde es bereits auf der kurvigen Landstraße außerhalb des Hügeldörfchens Mammola mehr als abenteuerlich.
Kaputte Landstraße nach Erdrutsch

Kaputte Landstraße nach Erdrutsch

Bereits nach der 2. Kurve verlies uns unser Handynetz, die Straße wurde immer weniger gepflegt, Felsbrocken lagen inmitten auf der Straße, gar ganze Hügelteile schienen vom Regen oder von der Trockenheit abgebrochen, ohne dass sich darum auch nur irgendwer geschert haben muss. Oberhalb der Straße auf den Hügeln, verlassene Landhäuser. Ich fragte mich, ob diese Straße überhaupt befahren sei? Darauf erhielten wir schließlich gleich nach der nächsten Kurve Antwort: ein Traktor war liegengeblieben und der Techniker (mit Geländewagen) war dabei das antike Stück wieder in Gang zu bringen. Weitere Minuten vergingen, immer weiter hinauf, die Temperatur sank lansam weiter, trafen wir, direkt vor einem Restaurant auf eine halb abgebrochene Straße. Das Restaurant hatte daher ein Schild angebracht, dass geöffnet sei.

Verlassener Ort im Sila-Gebirge, Kalabrien Italien

Verlassener Ort im Sila-Gebirge, Kalabrien Italien

Wir fuhren noch einige Minuten weiter und kamen schließlich zum gewünschten Ort. Es handelte sich um ein kleines Dorf, das mittlerweile völlig verlassen war, wo direkt nebenan ein wunderschöner Waldweg begann. Frisches Quellwasser entsprang aus einem Brunnen und oben auf dem Hügel konnten wir eine Familie ausmachen, die dort ein Grillpicknick eingelegt hatte. Der Herr erzählte uns, dass wir etwas weiter fahren sollten, nach Mongiana, wo es einen schönen See geben würde und man dort herrlich spazieren gehen könne. Das Dorf sei deshalb ausgestorben, da es wohl völlig in der Hand einer hiesigen ‚Ndrangheta-Organisation war und diese ausgehoben wurde bzw. das Dorf komplett beschlagnahmt wurde. Es schien dort sogar einen Metzger (Macelleria) gegeben zu haben. Auch eine Kirche gab es. Die Fenster waren von Außen mit Eisentüren verschlossen, antiproiettile (Schussicher) wie mein Mann meinte. Die Kirche, die darf wohl auch bei solchen Menschen nicht fehlen, die ja wohl ganz besonders den Herren da oben um Vergebung bitten…
Kühe an der Landstraße, den Verkehr beobachtend

Kühe an der Landstraße, den Verkehr beobachtend

Nach einigen Fotos ging es auch von hier aus weiter. Bereits nach der nächsten Kurve kam auch die nächste Überraschung: ein braunes sowie ein schwarzes Etwas lagen am Straßenrand. Als wir uns näherten, sahen wir, dass es sich um Kühe handelte, die dort ohne jegliche Bezaunung grasten bzw. am Straßenrand ruhten, sodass man hätte meinen können, sie würden den Verkehr beobachten (siehe Foto). Etwas weiter stießen wir auf Schafe, vom Schäfer keine Spur, allerdings 2 sehr gute Hirtenhunde kümmerten sich um sie. Nach weiteren Kilometern stießen wir auf ein Straßenschild, das zu Seen führen sollte. Nur, als wir dort abbogen, tat sich vor unseren Augen ein ungeteerter Waldweg mit riesigen Löchern auf, der für ein normales Auto nicht geeignet war. Also entschlossen wir uns einen Spaziergang zu machen. Den Schildern nach zu urteilen, die wir auch später noch entlang des Weges sahen, handelt es sich dabei um eine ganz normale Straße.
Ungeteerte Landstraße mit vielen Löchern in Kalabrien, Italien

Ungeteerte Landstraße mit vielen Löchern in Kalabrien, Italien

Irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, beobachtet zu werden, es war schon mulmig. Also entschieden wir uns zurückzugehen. Tatsächlich, auf unserem Rückweg, kurz vor unserem Ziel raste ein knattriger italienischer Kleinwagen an uns vorbei, der eine weitere kräftige Person (war so etwa wie im Film) abholte, die dort ihren dicken schwarzen Wagen, aus deutschem Fabrikat, stehen lies… Im nächsten Dorf legten wir eine Mittagspause ein und dann ging es weiter nach Mongiana, berühmt für seinen See, die vielen Pilze und die Restaurants, natürlich mit Specialità di Funghi. Tatsächlich fanden wir einen sehr schön gepflegten Waldweg vor, entlang dessen überall Grillplätze mit Tischen und Bänken zu finden waren. Die Temperatur lag dort bei nur 22 C, gegen knapp 40 C am Morgen, bei uns an der Küste.
Erfrischende süditalienische Spezialität Latte di Mandorla, Mandelmilch

Erfrischende süditalienische Spezialität Latte di Mandorla, Mandelmilch

Nach unserer Wanderung in diesem schönen bewaldeten Naturpark traten wir den Rückweg gen Küste an. Letzte Etappe war im kleinen Hügeldorf Martone, in dessen Piazza eine kleine Bar sein sollte, in der man köstlichste Mandelmilch kosten konnte. Wir parkten vor dem historischen Zentrum und fragen schließlich eine Frau, die ein Haus verlies, wo die Piazza bzw. die Bar sei. Es stellte sich heraus, dass sie die Besitzerin und auf dem Wege dorthin war. Tatsächlich wurden wir belohnt und wir kosteten dort die für mich bisher weltbeste Mandelmilch, gekrönt von einem köstlichen Mandel- und Nußeis.

 
2017-06-05T10:58:09+00:00 2 September 2009|Categories: Aus Italien|Tags: , , , , |4 Comments

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Ich lebe seit fast 20 Jahren in der Toskana, die ich aufgrund meiner Arbeit wie meine Westentasche kenne. Entdecken Sie gemeinsam mit mir die Schönheiten, exzellente #Wein, köstliches #Essen & #Rezepte aus der #Toskana und #Italien, die wichtigsten #Events für Ihren #Urlaub in der #Toskana

4 Kommentare

  1. camerota 8. September 2009 um 14:38 Uhr

    Ich liebe die Ursprünglichkeit der Natur in Süditalien.Gelunger Bericht.Danke!

  2. Daniela Braun 9. September 2009 um 16:18 Uhr

    Carissimo Camerota, nicht nur die Natur….:-)

  3. sonia 28. September 2009 um 21:21 Uhr

    Che buona la granita alla fragola! Mi viene l’acquolina in bocca…Ciao Daniela….

  4. Daniela Braun 29. September 2009 um 15:06 Uhr

    Ci avevamo assaggiato il gelato ed il latte di mandorla ed era….. la fine del mondo…

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