• Ribollita

Ribollita

Pünktlich mit dem Umstellen der Uhr von der Sommer- zur Winterzeit haben die sommerlichen Temperaturen uns verlassen und der Herbst hat Einzug gehalten. Strümpfe müssen wieder angezogen werden, das Top dient nun als Unterhemd und der Ballerina musste den Sneakers mit Socken weichen. Vor einigen Tagen wurde ich auf meinem Wege ins Büro am Strand von deutschen Urlaubern angesprochen, warum denn bei diesem herrlichen Wetter und den traumhaften Temperaturen (ca. 21-23 C) keiner mehr baden würde und der Strand so menschenleer sei? Für uns Einheimische (zähle mich in diesem Falle dazu, denn auch meine persönliche Wohlfühltemperatur ist ab 25 C aufwärts), deren Körper an die warme, seit Monaten andauernde Sommertemperatur gewöhnt ist, ist jetzt der Winter im Anmarsch. Für das jetztige Baden ist es schlichtweg einfach zu kalt, auch wenn die Mittagszeit in der Sonne doch noch recht warm ist. Die Urlaubszeit ist vorbei, die Kinder gehen wieder zur Schule und somit war es war es so kurz nach der Mittagszeit noch menschenleer, da die Menschen erst gegen 15-16 Uhr mit Fido und Partner Gassi gehen.

Nun ist die Zeit gekommen, dass es für Frostlappen wie mich viele Warme Speisen wie zum Beispiel die toskanische Brot- und Gemüsesuppe Ribollita braucht. Der Name stammt vom Verb ribollire, wieder kochen bzw. aufwärmen. Auch die Ribollita stammt aus Zeiten, als die Menschen wenig hatten und mit dem was man hatte köstliche Rezepte erfunden wurden bzw. Reste zu einer schmackhaften Wiederverwendung erfunden wurden. Traditionell wurde die Ribollita am Freitag mit dem von den Vortagen übrigem Gemüse gemacht sowie mit dem altbackenen Brot. Am nächsten Tag wurde die Brot-Gemüsesuppe wieder erwärmt und somit entstand die Ribollita. Einfach, sehr günstig, gesund und köstlich!

Ribollita im Tontopf mit Chianti-Rufina Wein

Ribollita im Tontopf mit Chianti-Rufina Wein

Ribollita
 
Ribollita die toskanische Obst- und Gemüsesuppe
Autor:
Rezeptart: Hauptspeisen
Küche: Toskana
Zutaten
  • altbackenes Weißbrot (wenn möglich rustikal und aus dem Steinofen sowie toskanisch)
  • 250 g weiße, getrocknete Bohnen oder als Alternative bereits abgekocht aus der Dose
  • 1 Zwiebel
  • 1 Lauchstange
  • 2 Stängel Staudensellerie
  • 250 g Grünkohl
  • 200 g Mangold
  • 1 Kartoffel
  • 2 Karotten
  • 2 Thymianzweige
  • passierte Tomaten
  • Olivenöl
  • Gemüsebrühe
  • Salz
  • Pfeffer
Zubereitung
  1. Bevorzugt man auf Dosenbohnen zu verzichten, so sollte man die Bohnen vorher über Nacht einweichen und schließlich kochen.
  2. Die Zwiebel sowie den Lauch in dünne Ringe schneiden und in Olivenöl andünsten.
  3. Danach mit etwas passierten Tomaten ablöschen und einköcheln lassen.
  4. Das vorher gewaschene und in etwa gleich große Stücke geschnittene übrige Gemüse dazu geben und etwas einköcheln lassen.
  5. Nach Bedarf Gemüsebrühe hinzufügen und für mindestens 1 Stunde köcheln lassen.
  6. Danach die mit Küchenzwirn zusammen gebundenen Thymianzweige dazugeben, wobei das Ende des Zwirns etwas aus dem Topf herausschauen sollte, damit man den leicht wieder entfernen kann, ohne dass Zweige in der Suppe verloren gehen.
  7. Desweiteren sollte man etwas schwarzen, frisch gemahlenen Pfeffer, je nach Bedarf noch Salz sowie 2-3 EL passierte Tomaten hinzugeben und noch einige Minuten weiterköcheln. Die Thymianzweige entfernen, wobei einige Blätter wohl automatisch durch das Kochen entfernt wurden.
  8. Jetzt die Hälfte der Bohnen mit dem gesamten Kochwasser mixen und die Bohnencreme sowie die übrigen Bohnen mit der Ribollita verrühren.
  9. Nun kann man die getrockneten Weißbrotscheiben entweder in einen Topf (ideal ein Tontopf) oder in eine Auflaufform (letzteres falls man das Wiederkochen im Ofen machen möchte) geben, darüber etwas Gemüse geben und noch eine weitere Schicht Brot und zum Schluss Gemüse.
  10. Das Ganze muss nun für wenigestens eine Nacht ruhen.
  11. Nun kann das Ganze wieder auf dem Herd zum Kochen (it ribollire) gebracht werden bzw. die Auflaufform in den Ofen geschoben werden.
  12. Vor dem Servieren einen Hauch Olivenöl und Pfeffer sowie etwas geriebenen Pecorino-Käse und buon appetito!

Tipp:
Zur Ribollita passt ein Chianti-Classico Wein oder ein Chianti Rufina.
Es lohnt die feinen Blätter des Staudenselleries für das Rezept Acquacotta aufzuheben!!!

About the Author:

Ich lebe seit fast 20 Jahren in der Toskana, die ich aufgrund meiner Arbeit wie meine Westentasche kenne. Entdecken Sie gemeinsam mit mir die Schönheiten, exzellente #Wein, köstliches #Essen & #Rezepte aus der #Toskana und #Italien, die wichtigsten #Events für Ihren #Urlaub in der #Toskana

Ein Kommentar

  1. Brigitte Eberharter 12. September 2016 um 11:33 Uhr

    Danke für die tollen Rezepte. Ribollita und Pappa di Pomodore werde ich sicher ausprobieren.
    Ich war im Weingut Antinori und hab in meinem Journal Carpe Vitam einen Bericht darüber geschrieben. LG aus Tirol, Brigitte

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