Das Salame Dolce, auf Deutsch süße Wurst, ist eigentlich eine Bisquitrolle mit Alchermes-Likör, Schokolade und Sahne gefüllt wurde hier in der Maremma Toskana nur bei ganz besonderen Gelegenheiten und Feierlichkeiten gebacken. Der Grund ist, dass die maremmanische Küche eine (köstliche) Armenküche ist bzw. war, denn diese hat sich im Laufe der Jahre zu einer Spezialitätenküche gemausert. Tatsächlich gab es in der Maremma nur wenige richtige Cremes und Desserts. Traditionell hatte man, insbesondere im Winter den Castagnaccio aus Kastanienmehl, Rosinen und Pinienkernen, verschiedene einfache süße Brote, wie Pan coi Santi im November, die Pagnotella di Natale an Weihnachten oder an Karnevale Cenci oder Frittelle, an Ostern Schiacciata di Pasqua, Schiaccia di Frolla oder auch kleine süße Osterkränze aus Ei und Mehl in deren Inneren ein gekochtes Ei war, welches als Mitbringsel zu Ostern galt. Dann gab es noch il Salame Dolce, welches nicht nur an Hochzeiten sondern auch – wer es sich erlauben konnte – zu Ostern und zu Weihnachten gebacken wurde. Diese Bisquitrolle stellte insbesondere für die Kinder eine ganz besondere Köstlichkeit dar und die italienischen Omis erinnern sich noch heute gerne an diese Besonderheit. Die Italiener verfeinern ihre Desserts gerne mit der roten Farbe des Alchermes-Likörs. Dieser stammt wohl ursprünglich aus Arabien, wo er unter dem Namen al-qirmiz bekannt war, was Schildlaus bedeutet, da seine rote Farbe ursprünglich aus der weiblichen Schildläusen gewonnen wurde. Weitere Zutaten sind Alkohol, Zucker, Wasser, Zimt, Gewürznelken und Kardamom. Man nimmt an, dass der rote Likör von Spanien über Frankreich und schließlich durch die Medici nach Italien gelangte. Heute wird die rote Farbe allerdings meist chemisch hergestellt (E 120). Viele italienische Süßspeißen werden noch heute mit Alchermes angereichert, wie z.B. auch die berühmte Zuppa Inglese.

Salame Dolce - Süße Wurst
Author: 
Recipe type: Dessert
Cuisine: Toskana
Prep time: 
Cook time: 
Total time: 
Serves: 6-8
 
Ingredients
Bisquitteig
  • 5 Eier
  • 140 g Zucker
  • 100 g Mehl
  • Backpulver
  • Vanillepulver oder als Alternative Vanilleschote oder Vanillin
Füllung
  • 200g frische Sahne
  • 150 g Zartbitterschokolade
Dekor
  • Alchermes Likör
  • Puderzucker
Instructions
  1. Für den Teig zuerst die Eier trennen.
  2. Das Eigelb mit der Hälfte des Zuckers (70 g) schaumig rühren, bis die Masse hellgelb geworden ist.
  3. Das Eiweiss mit der übrigen Zuckermenge (70 g) aufschlagen; es sollte allerdings nicht zu steif sein sondern von angenehmer, cremiger Konsistenz.
  4. Die Eiweissmasse unter die Eigelbmasse heben und schließlich das durchgesiebte Mehl, Backpulver und Vanille unterheben.
  5. Den Teig auf einem vorher mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen (nicht bis zu den Rändern, je etwas Platz lassen) und im auf 220 C vorgeheizten Backofen ca. 10 Minuten backen bis er eine angenehm goldene Farbe hat. Den Ofen bitte nicht öffnen.
  6. In der Zwischenzeit das Wasserbad für die Sahne aufstellen, in der die Zartbitterschokolade bei ständigem Umrühren geschmolzen wird (dabei ständig auf den Teig im Backofen achten, er darf nicht braun werden!!!)
  7. Den Bisquit sofort auf ein weiteres Stück Backpapier oder ein sauberes Abtrockentuch stürzen, die Oberfläche mit Zucker bestreuen und mit Frischhaltefolie abdecken, die Enden an allen seiten unter den Teig schieben. Der Zucker hat die Funktion, dass die Frischhaltefolie nicht am Kuchen haften bleibt und soll während des Abkühlens die Feuchtigkeit des Teiges, die wir später beim Aufrollen benötigen, damit er nicht bricht, aufrechtzuerhalten. Die Nonna nutzte allerdings dafür ein feuchtes, sauberes Abtrockentuch. Der Teig darf während des Abkühlens keinesfalls trocken werden!
  8. Ist der Bisquitteig abgekühlt, gibt man mit dem Pinsel zunächst etwas vom Alchermes-Likör auf den Teig und schließlich die ebenfalls leicht abgekühlte Schoko-Sahne-Creme auf dem Teig verteilen (jeweils ca. 2 cm Abstand von den Rändern halten). Ist die Schoko-Sahne-Creme zu warm, verläuft sie zu leicht auf dem Teig.
  9. Den Teig nun vorsichtig aufrollen, in Alufolie packen (als Alternative in das Backpapier oder das Abtrockentuch) und im Kühlschrank mindestens 20 Minuten ruhen lassen.
  10. Vor dem Servieren noch mit Alkermes-Likör beträufeln und etwas Puderzucker bestreuen.

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