Das Naturreservat Diaccia Botrona befindet sich direkt außerhalb des Badeortes Castiglione della Pescaia, in der herrlichen Maremma Toskana. Dieses Naturreservat geht besteht seit Jahrhunderten, denn vom Meer ausgehend, gab es einen riesigen See, eine Lagune mit Salzwasser, der westlich vom Meer bis nach Grosseto im Süden, bis Vetulonia im Norden und bis Montepescali im Osten reichte. Von jeher war dieses Gebiet somit ein beliebtes Einzugsgebiet von Wasservögeln sowie Zugvögeln, da der See für diese genügend Nahrung bot. Tatsächlich zeigen die Ortsnamen von Castiglione della Pescaia und dem damals am See liegenden Montepescali, dass es hier einen enormen Fischreichtum gab und hier somit viel gefischt wurde (it. pesca).

Castiglione della Pescaia Maremma Toskana

Blick von der Panoramica auf Castiglione della Pescaia

Aufgrund der extremen Temperaturen im Sommer sowie der hohen Luftfeuchtigkeit war das Leben in der Gegend alles andere als einfach. Während der Sommermonate flüchteten die Bewohner in das hügelige Hinterland, da das Leben hier einfach unterträglich war. Die Römer begannen schließlich mit den ersten Trockenlegungen, sodass auch der See immer kleiner wurde. Nach den Römern lag das gesamte Land, die Paschi (siehe dazu auch den Artikel Monte dei Paschi di Siena), über Jahrhunderte brach und wurde zum Armengebiet der Toskana. Erst mit den Habsburgern wurden die Arbeiten zur Trockenlegung dieses sumpfigen Landes weitergeführt. Diese gaben auch in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dem Jesuiteningenieur Leonardo Ximenes den Auftrag zum Bau des roten Gebäudes, das Casa Rossa bzw. Casa Ximenes (heute Museum) denn man hoffte, dass man durch den Bau eines Schleußensystems, welches je nach Bedarf den Zufluss von Süßwasser aus dem Hinterland in das Salzwasser des Sees zu trennen, damit die Malaria einzudämmen, deren Ursprung man damals noch nicht kannte. Es wurde angenommen, dass die Malaria – der Begriff stammt von mal aria , dh. schlechte Luft – durch das Zusammenfließen von Süß- in das Salzwasser entstand, sodass man durch deren Trennung der Krankheit ein Einhalt gebieten konnte. Natürlich war das nicht der Fall, denn wie man heute weiß, wird sie von Stechmücken übertragen, die  natürlich im feucht-warmen Gebiet ein ideales Habitat finden. Auf das Casa Rossa hat man einen herrlichen Blick von der Strada Panoramica, der Umgehungsstraße oberhalb von Castiglione della Pescaia, in Richtung Süden, von wo aus das Zusammentreffen von Sumpfgebiet, Pinienwald und Meer ganz besonders deutlich wird.