Livorno in Battello ist eine Bootsrundfahrt durch die von den Medici angelegten Kanäle des so genannten Quartiere Venezia Nuova.

Schon immer hat Livorno eine ganz spezielle Magie auf mich ausgeübt. Sei es, weil sie direkt am Meer liegt, sei es aufgrund der sehr aufgeschlossenen Menschen, mit denen ich insbesondere während meiner Studienzeit in Pisa in Kontakt war oder sei es auch wegen der Magie der Kanäle, die kilometerlange Meerespromenade, gesäumt von Jugendstilvillen vor der sich schließlich die einem schachbrettähnelnden Meeresterrasse Piazza Mascagni auftut. All dies geht tatsächlich auf die Jahrhunderte währende Geschichte der Stadt Livorno zurück.

Bootsrundfahrt Kanäle in Livorno

Il Ponte Francese, die französische Brücke in Livorno

Die Medici haben ab dem 16. Jahrhundert die Grundsteine für die Entwicklung der Stadt gelegt. War sie anfangs der Hafen für Pisa, ließ die reiche Medici-Familie von ihrem Architekten Bernardo Buontalenti die perfekte Stadt zu planen. Zunächst wurde Fortezza Vecchia (die alte Festung) zum Schutze der Stadt mit Stadtmauer errichtet, welche von einem Wassergraben, dem Fosso Reale, eingerahmt wurde, welcher noch heute den Originalgrundriss der Altstadt bildet. Desweiteren schuf man weitere kleinere Kanäle, welche den Kern durchzogen. Später wurde diese noch durch die Fortezza Nuova erweitert. Die Medici wollten Livorno zu dem Hafen des Mittelmeeres machen, was ihnen auch tatsächlich gelang. Es wurden neue Gesetzte geschaffen, welche es internationalen Händlern möglich machen sollte, dort Handel zu treiben. Die Handelsschiffe fuhren in die Kanäle und luden ihre Ware in den, entlang der Kanäle geschaffenen magazzini oder auch als cantine bezeichnet, dh. den Lagern aus. Es entstand der heute noch existierende Mercato Centrale, eine jahrhundertealte Markthalle, die noch heute Zugang von den Kanälen hat und als Markthalle fungiert, wo man die Ware abludt und danach direkt zum Verkauf, in der Markthalle angeboten werden konnte. Oberhalb Magazzini trohnten imponente Palazzi, in denen die reiche Händler aller Nationen residierten. Leider wurde im 2. Weltkrieg Livorno enorm zerstört, aber trotzdem zeugen noch heute zahlreiche Gebäude unterschiedlichster Stilrichtungen, Kirchen (z.b. die Kirche der Holländer) sowie Friedhöfe aus dieser Zeit. Es wird gesagt, dass die livornesi auch deshalb so tollerant seien, da sie von jeher mit anderen Nationalitäten und Religionen zusammengelebt haben. Es herrschte eine relativ große Religionsfreiheit und selbst die Juden konnten frei in der Stadt leben und mussten dies nicht, wie in anderen Orten, in einem Ghetto. Tatsächlich gab es bis vor wenigen Jahren in Livorno noch zahlreiche konsularische Vertretungen, darunter auch eine kleine deutsche. Speziell ist auch die Piazza Garibaldi im Zentrum, entlang des Fosso Reale und ein Platz der oberhalb der Kanäle gebaut wurde und man unterhalb dieser mit dem Boot durchfahren kann, mit ganz speziellen Lichteinflüssen!