Zurück aus dem kalten Deutschland, mit Temperaturen, die an die 20° C unter Null reichten, scheint es hier in der Toskana, als sei der Frühling eingekehrt. Zwar hat es wohl in der vergangenen Woche, insbesondere in der nördlichen Toskana um Pisa/Lucca heftigst geregnet, dass der Fluss Serchio sowie einige weitere kleinere Flüsse einige Dörfer komplett überschwemmt haben und diese evakuiert werden mussten, aber davon ist zum Glück hier, an der südtoskanischen Küste nichts zu merken. Dieses Szenarium konnte ich gestern aus der Luft, im Anflug auf Pisa, erschreckend eindrucksvoll sehen. Bei uns in der Stadt hingegen, scheint sich alles auf Silvester vorzubereiten. Die Boutiqueschaufenster sind voller schwarzer, meist mit Pailletten bestickter Abendkleider, während die Schaufenster der Wäscheläden komplett mit roter Unterwäsche dekoriert sind. Der Grund für Letzeres ist, dass rot Glück bringen soll und ich nehme an, dass nicht jeder – insbesondere die Herrenwelt – gewillt ist, sich in ein rotes, auffälliges Kleidungsstück zu hüllen. Was da bleibt, ist die Unterwäsche, die natürlich gerne vorher, an Weihnachten, verschenkt wurde. Silvester selbst wird entweder Zuhause mit Freunden oder im Restaurant gefeiert. Es wird unendlich viel gegessen, da man praktisch bis Mitternacht einen Gang nach dem anderen verspeist, bis pünktlich um Mitternacht mit dem Knallen der Sektkorken der Pandoro bzw. Panettone angeschnitten wird. Je nach Region gibt es mehr oder weniger traditionelle Gerichte, was aber für Gesamtitalien gilt, ist das Verspeisen von Linsen. Diese sollen Reichtum bringen und werden traditionell mit dem Zampone (ein Schweinsfuß mit würzigem, sehr fettigem Hackfleisch gefüllt)