Ponte del 25 Aprile

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  • Sassetta

Ponte del 25 Aprile

Der 25. April, ein italienischer Feiertag, wird von den Italienern gerne genutzt, um einen Kurzurlaub zu unternehmen. Tatsächlich konnte man in den letzten Wochen sehr häufig bei den Angeboten der italienischen Hotels mit dem Titel Offerta Ponte del 25 Aprile lesen. Was sich so schön und entspannend anhört, hat allerdings einen nicht ganz so schönen und entspannenden Hintergrund: Der 25. April 1945 zeichnete das Ende der deutschen Belagerung unter Hitlers Truppen, die seit September 1943 andauerte. Die Resistenza, dh. der Widerstand, die sich aus den unterschiedlichsten politischen Gesinnungen bildete, kämpften gemeinsam mit den Allierten gegen die Belagerung Hitlers. Am 19. April, während die Allierten das Po-Tal belagerten, drangen die Partisanen auf Befehl des CLN (Comitato di Liberazione Nazionale, dt. Komitee der Nationalen Befreiung) von den Bergen aus in die Zentren Norditaliens ein. Tag für Tag wurden weitere Gegenden befreit und zum Schluss, am 25. April, Mailand und Turin. Dieser Tag, wurde somit auch das Symbol zur Befreiung der Nazis. Seitdem wird  der 25. April jährlich als Festa della Liberazione gefeiert. Benito Musolini wird nur 2 Tage später, am 27. April in Dongo, an der Schweizer Grenze, im Beisein seiner Geliebten Claretta Petacci, gefasst. Bereits am 28. April wird er in Giulino di Mezzegra, am Comer See hingerichtet und sein toter Körper anschließend mit dem Kopf nach unten aufgehängt, direkt neben seiner Geliebten und weiteren seiner Anhänger. Genau dort hatten die Nazis 8 Monate zuvor das gleiche mit 15 getöteten italienischen Partisanen getan. Am 29. April kapitulierten die deutschen Truppen endgültig. Am 2. Juni 1946 entstand, nach einer demokratischen Wahl die Italienische Republik, ebenfalls jährlich durch einen Feiertag am 2. Juni gedacht. Der Tourismus versucht auch während dieses Feiertages die Italiener mit den Angeboten Offerta Ponte 2 Giugno zu locken.

Auf dem Weg ins Zentrum von Monteverdi Marittima

Auf dem Weg ins Zentrum von Monteverdi Marittima

Wer wie ich in einem Urlaubsort lebt, merkt während dieser Tage, wie es vom einen auf den anderen Tag plötzlich voll wird. Die Wettervorhersage hatte ihr Übriges getan, schönstes Wetter für den Samstag und am Sonntag wechselhaft. Also hatten sich wohl viele Florentiner und Senesen gedacht einen Kurzabstecher ans Meer zu machen. Als ich am Samstag mit dem Rad auf dem Wege zum Konditor war, um unsere Frühstücks-Cornetti zu holen, merkte ich schon, wie voll es war. Bereits an Ostern hatten wir die Kurzinvasion erlebt, wo der Strand genauso voll wie im August war, man von erholsamen Spaziergängen mit Hund am Strand also nur träumen konnte. Die Italiener nutzen diese Zeit gerne, um sich die ersten Sonnenstrahlen beim Picknick oder beim Ballspielen am Strand zu genießen. Alle 10 m, ein kleiner Maradona-Imitator, was nicht so angenehm ist, wenn bei meinen – wenn auch kleinen – Hunden beim Anblick des Balles der Jagdtrieb durchgeht. Also hieß es nach dem Frühstück nur ab ins Hinterland, weit weg vom Chaos der Küste. Unser erster Abstecher galt dem kleinen Hügelort Monteverdi Marittimo, nicht weit von Suvereto, aber bereits zur Provinz Pisa gehörend, mit traumhaftem Blick auf die herrlich grünen Wiesen und Wälder der Umgebung. Im Ort gibt es neben einer kleinen Bank, einer Post, Metzgerei und kleinem Lebensmittelladen, die ein wenig an vergangene Zeiten erinnern, soweit keine anderen Geschäfte. Der Ort schien tatsächlich wie ausgestorben. Hier und da eine offene Tür, Duft nach Sugo, Katzen, zwei Kinder und eine Signora mit Wäschekorb.

Antike Eingangstür in Monteverdi Marittima

Antike Eingangstür in Monteverdi Marittima

Nachdem wir durch die Gassen gewandert waren uns die Kirche angesehen hatten, machten wir in der örtlichen Bar Sport (so heißen die meisten Bars in den kleinen Orten) Mittagspause. Nach einem kurzen Blick auf deren Wursttheke, entschied ich mich für ein Panino mit dem sehr frischen Prosciutto Toscano (toskanischer Schinken ist sehr salzig im Vergleich zum Prosciutto di Parma) und Pecorino. Die Signora hatte es gut gemeint und wir genossen ein super belegtes, frisches Panino. Wirklich köstlich… Man erzählte mir, dass dort jährlich im August eine Sagra del Tortello stattfindet. In diesem Jahr wohl am 2./3. August. Danach ging es über die kurvige, sich durch den Wald windende, enge Landstraße weiter, bis nach Sassetta (10 km entfernt). Auch hier waren nur einzelne Rad- oder Motorradfahrer (meist deutscher Herkunft) unterwegs. Ruhe und Frieden bei herrlichstem Sonnenschein pur, mit kurzer Espressopause an der Bar, auch hier mit dem Namen Sport… Das kleine Dorf Sassetta erhebt sich auf einem Felsvorsprung (it. roccia) woher wohl auch der Name rührt, Sassetta wohl als piccola roccia, dh. kleiner Fels. Neben der Bar, gab es auch eine Eisdiele sowie 2 Restaurants mit Terrasse. Am 1. Mai wird dort die so genannte Via del Carbone organisiert, ein Spaziergang in den Wäldern des heutigen Naturparks, auf den Spuren der Köhler. Man sieht dort die einzelnen Phasen vom Transport mit den Eseln, über den Abbau der Kohle. Entlang des Weges kann man Zonzelle Sassetane mit eine Glas Wein kosten. Zum Abschluss entschieden wir uns zu einem Spaziergang mit Eiscéme in unserem Lieblingsort Castagneto Carducci

 

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2014-01-30T15:47:49+00:00 27 April 2009|Categories: Aus Italien|Tags: , , |1 Kommentar

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Ich lebe seit fast 20 Jahren in der Toskana, die ich aufgrund meiner Arbeit wie meine Westentasche kenne. Entdecken Sie gemeinsam mit mir die Schönheiten, exzellente #Wein, köstliches #Essen & #Rezepte aus der #Toskana und #Italien, die wichtigsten #Events für Ihren #Urlaub in der #Toskana

Ein Kommentar

  1. Judith 27. April 2009 um 15:57 Uhr

    Hallo Daniela…

    echt toll hier bei Dir >schmunzel<

    …da kann man fast „neidisch“ werden *gg*

    Ganz liebe Grüße
    Judith
    :-))

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