Spaghetti al Pomodoro

  • Spaghetti al Pomodoro fresco

Spaghetti al Pomodoro

Spaghetti al Pomodoro, auf gut Deutsch Spaghetti mit Tomatensauce. Jetzt handelt es sich hier um kein typisches toskanisches Gericht sondern um ein Nationalgericht, das nicht nur für die Italiener sondern weltweit eines der beliebtesten italienischen Gerichte ist. Mir kam die Idee mit diesem relativ einfachen Gericht anzufangen, durch einen Artikel im Stern, in dem die Sterneköchin Cornelia Polletto, berühmt in erster Linie aus Johannes B. Kerners Kochshow am Freitagabend. Sie nannte diese Spaghetti Napoli, wobei ich ehrlich zugeben muss, dass ich in meiner 12 jährigen Ehe mit einem Neapolitaner und der regen Verwandtschaft dort sowie zahlreichen Besuchen ich noch niemals in meinem Leben dort auf einer Speisekarte ein normales “Spaghetti al Pomodoro” als Spaghetti Napoli gesehen habe, geschweige denn dieser Begriff im Alltag verwendet wird. Meine Nachfrage an den Neapolitaner (mein Mann eben), was denn Spaghetti Napoli seien, beantwortete er mir: “Non so, forse con le acciughe?” (dt. Keine Ahnung vielleicht mit Sardellen?). Tja, das hat er wohl mit Pizza Napoli verwechselt. Mein Googeln hat hier ergeben, dass in erster Linie deutschsprachige Webseiten diesen Begriff verwenden. Es kann also sein, dass Frau Polletto, die ja, wie sie selbst sagt, kein Italienisch spricht hier die Sprache der Sterneköche verwendet…

Sehr lustig und interessant hat die Autorin des Interviews beschrieben, wie die Deutschen ihre Spaghetti kochten und auch teilweise noch kochen und die einfach nie so richtig wie in Italien schmecken wollten.

Frau Polletto gab zu, dass ihre Schwiegermutter sie niemals in ihre Kochgeheimnisse einweihen würde und dieser die Küche heilig sei. Liest man, dass Frau Polletto beim südtiroler Sternekoch Winkler in der Lehre war und sieht dann ihr Rezept, dann muss ich zugeben, dass es sich hier nicht um die echten Spaghetti al Pomodoro sondern eher um eine nördlich abgewandelte Version handelt.

Ich bin nun einmal keine ausgebildete Köchin, koche aber und das für einen Neapolitaner, für den die Küche heilig ist. Da darf man nicht irgendeine Pastaform für irgendeine Sauce verwenden, sondern es muss schon alles stimmen. Mein Mann musste am Anfang so einiges aushalten, wenn ich, wie ich meinte typisch Italienisch kochen wollte (siehe Rezept Penne all´Arrabiata). Desweiteren esse ich natürlich sehr gern, gut und verwende am Liebsten frische Lebensmittel der Saison. Die Arbeit läßt einem meist nicht viel Zeit, sodass es schnell gehen soll. Da sind die Spaghetti al Pomodoro ganz besonders im Sommer (sagen wir mal so ab Mai, wenn die ersten reifen Tomaten aus Süditalien kommen) das Richtige. Um also zum „Dunque“ zu kommen (ich habe es nicht versucht) wird wohl das Resultat von Frau Pollettos Rezept wieder einmal nicht das sein, was sie von ihrem Italienurlaub in Erinnerung haben.

Ich muss zugeben, dass sowohl meine Eltern und sonstigen Familienmitglieder bei ihren sommerlichen Besuchen sich immer explizit Spaghetti mit frischer Tomatensauce wünschen. Der Neapolitaner verwendet hierbei am Allerliebsten die Tomaten aus dem nahe gelegenen San Marzano, die sehr kräfig süß und fleischig sind und sich hervorragend eignen (hier spiegeln sich Sonne und Terrain im Geschmack wieder). Man kann aber auch gerne andere Tomatensorten wie Kirschtomaten verwenden, wobei der Geschmack natürlich etwas anders wird. Kirschtomaten sind übrigens köstlich in der Verbindung mit Fisch, auf Grund des Säuerlichen. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich meistens die eierförmige Variante nehme, die mir beim Gemüsehändler am Besten zusagt, auch die Piccadilly sind OK. Wichtig ist, dass die Tomaten aus südlichen Ländern stammen und nicht aus Holland oder irgendeinem Treibhaus sind.

 

Spaghetti al Pomodoro
Author: 
Recipe type: Pasta, Vorspeise, Vegetarisch
Cuisine: Italien
 
Ingredients
  • kaltgepresstes Olivenöl
  • Knoblauchzehe
  • Tomaten (alternativ im Winter aus der Dose)
  • Basilikum
Instructions
  1. Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, die Knoblauchzehe hinzugeben (gehackt oder ganz, letzteres schließlich entfernnen), ganz leicht andünsten und die in Stücke geschnittenen Tomaten dazu.
  2. Während die Tomaten bei mittlerer Flamme köcheln, diese mit einer Gabel zerdrücken. Bitte ständig rühren, damit die Tomaten keinesfalls anhängen. Sollten die Tomaten eintrocknen, etwas Olivenöl hinzufügen (kalorienbewußte bitte mit Deckel kochen oder bei Bedarf etwas Nudelwasser hinzufügen). Zum Schluss einfach nur mit Salz abschmecken und den Basilikum hinzufügen.
Nudel kochen
  1. Die Spaghetti in sprudelndes Salzwasser geben. Das Wasser sollte nicht zu viel noch zu wenig gesalzen sein, ein Tipp hier ist, das Wasser abzuschmecken. Angeblich soll das Salz erst hinzugefügt werden, wenn das Wasser bereits kocht, da es sonst länger dauert. Die Nudeln sollten immer in reichlich Salzwasser kochen und sprudelnd kochen können. Die auf den Packungen angegebene Zeit sollte ungefähr eingehalten werden. Einen Spaghetto mit der Gabel aus dem Wasser ziehen und sehen ob "al dente", dh. bissfest. Abschütten und in die Pfanne zu den Tomaten geben und sautieren (it. saltare). Man könnte auch die Nudeln noch etwas früher abschütten und länger in der Pfanne lassen, sodass die Sauce in die Nudeln zieht. Hierbei aber bitte aufpassen, dass nichts anbrennt und eventuell etwas Nudelwasser (was man aufgehoben hat) oder Olivenöl zugeben.
  2. Dann, Pasta auf den Teller, nach Geschmack eventuell mit frisch geriebenem Parmigiano Reggiano und etwas Basilikum anrichten.

Was die Menge anbelangt, so gehe ich bei den Tomaten sehr nach Gefühl. Der Eine mag es sauciger, der andere etwas öliger. Pasta ist in Italien ja eher eine Vorspeise, sodass im Restaurant so etwa 70 g Nudeln pro Person berechnet werden (60-70 g werden auch bei Diäten immer angegeben). Zuhause, für einen normalen Teller habe ich festgestellt, dass 100 g pro Person eine perfekte Menge ist.
Welcher Wein dazu passt? Aufgrund des hohen Säuregehaltes der Tomate und wenn man bedenkt, dass es sich hier um ein sommerliches Gericht handelt, passt hier hervorragend ein junger, fruchtiger Weißwein mit möglichst hohem Säuregehalt.  Hat man das Glück süditalienische Eiertomaten (San Marzano in der Region Kampanien) zu haben, so könnte man dazu auch einen süditalienischen Weißwein wie einen kampanischen Greco di Tufo oder Fiano di Avellino trinken…

So, in diesem Sinne einen guten Appetit.

About the Author:

Ich lebe seit fast 20 Jahren in der Toskana, die ich aufgrund meiner Arbeit wie meine Westentasche kenne. Entdecken Sie gemeinsam mit mir die Schönheiten, exzellente #Wein, köstliches #Essen & #Rezepte aus der #Toskana und #Italien, die wichtigsten #Events für Ihren #Urlaub in der #Toskana

4 Kommentare

  1. Christa 1. Dezember 2008 um 17:05 Uhr

    Interessant geschrieben und klingt sehr einfach. Bereits die Fotos machen Hunger. Schade nur, dass wir jetzt im November sind, da gibts keine frischen Sommertomaten….

  2. Flug 18. September 2009 um 09:03 Uhr

    Ich habe Deinen Eintrag wirklich gerne gelesen. Ist interessant mal zu hören, was Italiener von unseren „italienischen“ Kochkünsten halten. Das Rezept hört sich auch sehr sehr lecker an. Sobald ich dazu komme, werde ich es ausprobieren und Dir berichten, wie es geklappt hat. Da läuft einem wirklich das Wasser im Mund zusammen!!!

  3. Daniela Braun 23. September 2009 um 08:04 Uhr

    Ciao Flug, nur so viel: die Tomatensaison neigt sich hier ihrem Ende zu…

  4. Cilento 23. Oktober 2009 um 15:34 Uhr

    Frische Sommertomaten sind einfach super!Habe ien sehr ähnliches Rezept,werde dins aber bald mal ausprobieren.Danke

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